Panorama

"Der Hügel ist eingestürzt"Mehr als 200 Menschen sterben in Coltanmine im Ostkongo

31.01.2026, 12:49 Uhr
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Die Coltanmine Rubaya enthält Schätzungen zufolge 15 Prozent des weltweit geförderten Coltans. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Der Ostkongo verfügt über riesige Bodenschätze. Doch die Bevölkerung ist arm, die Arbeitsbedingungen sind prekär. In einer Coltanmine verursacht ein Erdrutsch nach schweren Regenfällen eine Tragödie. Unter den Toten sind auch Kinder.

Bei einem Grubenunglück in der Demokratischen Republik Kongo sind mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Den Angaben zufolge kam es in der ostkongolesischen Provinz Nord-Kivu nach schweren Regenfällen am Mittwoch zu einem Erdrutsch in einer Coltanmine. "Der Hügel ist eingestürzt und hat die Menschen getötet", heißt es von einem Vertreter der Rebellenmiliz M23. Ein zweiter Erdrutsch folgte demnach am Donnerstagmorgen: "Es hat geregnet, dann kam der Erdrutsch, der die Menschen weggespült hat. Einige wurden verschüttet, andere sind noch immer in den Schächten."

Ein Sprecher der Provinzbehörden teilte mit, dass seit dem Einsturz der Mine 227 Tote und mehr als 30 Verletzte geborgen wurden. Unter den Toten seien Bergarbeiter, Markthändlerinnen und Kinder. Einige Menschen seien mit schweren Verletzungen gerettet worden. Bereits am Freitag setzten Dutzende Männer und Frauen ihre Arbeit an der Mine mit einfachen Schaufeln fort.

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In dem riesigen Areal ... (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Bei der betroffenen Mine handelt es sich um die Coltanmine Rubaya. Die Mine enthält Schätzungen zufolge 15 Prozent des weltweit geförderten Coltans. Aus dem metallischen Erz wird Tantal gewonnen. Das hitzebeständige Metall wird für die Herstellung von Mobiltelefonen, Computern, Elektroauto-Batterien und Gasturbinen benötigt.

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... sind die Arbeiterinnen und Arbeiter ohne Schutzkleidung oder Sicherheitstechnik unterwegs. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Der rohstoffreiche Ostkongo verfügt über große Vorkommen an Coltan, Gold und Zinn. Trotz ihres enormen Reichtums an Bodenschätzen zählt die Bevölkerung der Demokratischen Republik Kongo zu den ärmsten der Welt. In der Coltanmine Rubaya gräbt die lokale Bevölkerung für wenige Dollar pro Tag von Hand nach dem Erz. Die Arbeitsbedingungen sind prekär. Sicherheitstechnik ist häufig nicht vorhanden. In zahlreichen Minen gibt es auch Kinderarbeit.

Die Bodenschätze befeuern einen seit mehr als 30 Jahren andauernden Konflikt in der Region, in der mehr als 100 bewaffnete Milizen aktiv sind. Seit Anfang 2024 wird die Mine in Rubaya von der Rebellengruppe M23 kontrolliert, die vor einem Jahr auch die Provinzhauptstadt Goma einnahm. Den Vereinten Nationen zufolge plündert die M23 die Rohstoffe der Mine, um ihren Aufstand zu finanzieren. Dabei werde sie von der Regierung des benachbarten Ruanda unterstützt, was diese jedoch bestreitet.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/rts

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