Corona-Pandemie in ItalienMehr als 600 Tote an einem Tag

In Italien sterben innerhalb von 24 Stunden 627 Menschen an den Folgen der Infektion mit dem Coronavirus. Die Zahl der Toten steigt nach Angaben des Zivilschutzes auf mehr als 4000.
Erschütternde Corona-Zahlen aus Italien: Mehr als 600 Menschen sind in dem Land binnen 24 Stunden an den Folgen des Coronavirus gestorben. Das ist die bisher höchste Opferzahl an einem Tag, wie der italienische Zivilschutz mitteilte. Mittlerweile infizierten sich weltweit bereits mehr als 250.000 Menschen, wie eine Zählung auf der Grundlage von Behördenangaben ergab. Die Zahl der Toten überstieg die Grenze von 11.000 - mehr als die Hälfte der Menschen starb in Europa.
Die Zahl der Corona-Toten in Italien stieg binnen eines Tages um 627 und damit auf insgesamt mehr als 4000 - das sind so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Die Zahl der bestätigten Infektionen erhöhte sich um fast 6000 auf etwas über 47.000.
36 Prozent der Corona-Todesopfer weltweit sind nun in Italien zu beklagen. Das Land mit seinen 60 Millionen Einwohnern zählte allein in den vergangenen drei Tagen mehr als 1500 Tote, das sind pro Tag mehr als in China auf dem Höhepunkt der dortigen Epidemie.
Drastische Maßnahmen ohne Wirkung
Bundesaußenminister Heiko Maas nannte die Corona-Zahlen aus Italien "fürchterlich". Er verband dies bei Twitter mit dem Aufruf an alle, die Krise ernst zu nehmen. "Bleiben Sie zu Hause, wenn es irgendwie geht", schrieb er.
Trotz drastischer Maßnahmen ist es der Regierung in Rom bisher nicht gelungen, die Lage in den Griff zu bekommen. Nun erwägt sie weitere Einschränkungen wie das Verbot von allen Aktivitäten im Freien. Für ganz Italien gilt seit dem 10. März eine weitgehende Ausgangssperre.
In Deutschland infizierten sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zwar bereits mehr als 13.000 Menschen, mit 31 Fällen ist die Zahl der Todesopfer im internationalen Vergleich allerdings niedrig. In Asien wurden mittlerweile 3431 Todesfälle registriert, davon 3248 in China, wie die AFP-Zählung ergab. Im Iran lag die Zahl bei 1433.
Drastische Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie
Weltweit gab es demnach bislang 11.015 Todesfälle, 256.296 Menschen sind in 163 Ländern infiziert. Die Zahl der registrierten Fälle spiegelt laut Experten jedoch nur einen Bruchteil der tatsächlichen Infektionszahlen wieder, da in vielen Ländern nur die schwersten Fälle getestet werden.
Das Virus war im Dezember in China erstmals bei Menschen festgestellt worden und hat sich mittlerweile auf alle Kontinente ausgebreitet. In zahlreichen Ländern, darunter Deutschland, wurden drastische Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie Schulschließungen und Ausgangssperren angeordnet. Der weltweite Reiseverkehr ist praktisch zum Erliegen gekommen.