Panorama

Ging es um Rundfunkgebühren? Messerattacke in Köln gibt Rätsel auf

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Ein Polizist der Spurensicherung betritt den Tatort.

(Foto: picture alliance/dpa)

Drängende Fragen in Köln: Hätte der tödliche Messerangriff auf einen Mitarbeiter der Stadt verhindert werden können? Der Angreifer war offenbar einschlägig bekannt. Er soll vor wenigen Monaten schon einmal mit einer ähnlichen Attacke aufgefallen sein.

Nach der tödlichen Messerattacke auf einen Mitarbeiter der Stadt Köln suchen Ermittler weiter nach Antworten und nach einem greifbaren Motiv des Täters. Vor allem die Vorgeschichte des mutmaßlichen Täters lässt rätseln, warum es bei dem Hausbesuch im Auftrag der Stadt keinen Polizeischutz gab, und ob der Tod des Mannes hätte verhindert werden können.

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Zum Angriffszeitpunkt schuldunfähig? Blick auf den Tatort in Köln-Dünnwald.

(Foto: dpa)

Der Polizei zufolge kamen zwei Mitarbeiter der Stadtkämmerei am Freitagvormittag wegen offener Geldforderungen zu dem Mehrfamilienhaus im Kölner Stadtteil Dünnwald. Nach Angaben des "Kölner Stadt-Anzeigers" soll es dabei angeblich um ausstehende Rundfunkbeiträge gegangen sein. Laut "Bild"-Zeitung verneint die Behörde dies allerdings.

Den Angaben einer Polizeisprecherin zufolge hatten der Mann und die Frau am Morgen im städtischen Auftrag an der Wohnungstür des 60-Jährigen geklingelt. Der Bewohner habe die Tür geöffnet und sei unvermittelt mit einem Messer auf die Mitarbeiter der Kämmerei losgegangen, sagte die Polizeisprecherin. Der 47-Jährige wurde bei dem Angriff tödlich verletzt. Seine Kollegin erlitt einen schweren Schock, blieb aber körperlich unversehrt. Zur genauen Klärung der Tatabläufe setzte die Polizei eine Mordkommission ein.

Aus der Psychiatrie entlassen

Inzwischen hat die Polizei mitgeteilt, dass der Angreifer deutliche Anzeichen einer schweren psychischen Erkrankung zeigt. Er soll zur Angriffszeit schuldunfähig gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft werde deshalb beim Amtsgericht Köln die Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragen.

Der Täter ist den Behörden bereits einschlägig bekannt. Wie die Polizei mitteilte, handelt es sich bei dem Mann um denselben Täter, der bereits im März eine städtische Mitarbeiterin mit einem Schraubenzieher attackierte. Die Mitarbeiterin sei damals mit leichten Verletzungen davongekommen.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur AFP sagte, war der Mann bereits nach der Attacke vom März in der Psychiatrie untergebracht worden. Wie lange er dort war und warum er wieder entlassen wurde, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen. Die Umstände seiner Unterbringung und seiner Entlassung würden geprüft, hieß es. Es laufe auch in dieser Sache ein Ermittlungsverfahren.

Quelle: ntv.de, ibu/AFP/dpa