Panorama

13 Mädchen weiter vermisst Militär rettet Schülerinnen vor Boko Haram

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(Foto: imago stock&people)

Um fast 100 entführte Mädchen aus den Händen der Terrorgruppe Boko Haram zu befreien, mobilisiert Nigerias Präsident das Militär. Einen Großteil können die Soldaten retten, doch 13 der Schülerinnen bleiben vermisst - zwei sterben aus bislang ungeklärten Gründen.

Nach einem Angriff der Boko Haram auf eine Schule im Nordosten Nigerias haben nigerianische Truppen 76 Mädchen aus den Händen der islamistischen Terrormiliz gerettet. Zwei Mädchen konnten nur noch tot geborgen werden. Die Schülerinnen wurden in dem Dorf Jilli-Muwarti an der Grenze der Bundesstaaten Borno und Yobe gefunden. Das teilte das nigerianische Militär mit.

91 Mädchen galten seit dem Angriff vom Montag auf die weiterführende Schule im Ort Dapchi als vermisst. Es war zunächst unklar, ob die Schülerinnen schlicht geflohen oder von den Extremisten verschleppt worden waren. Während des Angriffs seien viele Lehrer und Schülerinnen geflohen, um sich in Sicherheit zu bringen, hatte Yobes Bildungsminister Mohammed Lahin erklärt.

Nur wenige Stunden vor Bekanntwerden der Rettungsaktion hatte Präsident Muhammadu Buhari auf Twitter mitgeteilt, er habe das Militär und die Polizei mobilisiert, "um sicherzustellen, dass alle vermissten Mädchen ... gefunden werden". Boko Haram hatte 2014 mit der Entführung von mehr als 200 überwiegend christlichen Schülerinnen aus dem Ort Chibok weltweit für Entsetzen gesorgt.

Rettung vor der Sklaverei

Viele von Boko Haram entführte Mädchen und Frauen werden als Sexsklavinnen gehalten oder zwangsverheiratet. Die Extremisten setzen auch immer wieder Frauen bei Selbstmordattentaten ein. Bei einem Angriff der Islamisten im Norden Kameruns nahe der nigerianischen Grenzen kamen unterdessen mindestens sechs Menschen ums Leben, wie Provinzgouverneur Midjiyawa Bakary erklärte.

Bei dem Angriff im Dorf Assigahsia am Dienstagabend habe es mehrere Verletzte geben, zahlreiche Häuser seien niedergebrannt worden. Bei Anschlägen und Angriffen der Terrormiliz sind im Nordosten Nigerias und den angrenzenden Gebieten seit 2009 mindestens 20.000 Menschen getötet worden. Rund 2,5 Millionen Menschen sind in der Region vor der Gewalt geflohen.

Quelle: ntv.de, mba/dpa/rts