Panorama

Diskriminierung in Neuseeland? Moderatoren halten an Maori-Wörtern fest

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Bis heute liegt das Einkommen von Maori unter dem Durchschnitt, viele haben keinen Schulabschluss. Außerdem ist ihre Lebenserwartung geringer als die anderer Neuseeländer.

(Foto: REUTERS)

Immer öfter hört man im neuseeländischen Fernsehen oder Radio einzelne Wörter, die aus der Sprache der Ureinwohner stammen. Was als Folklore gern gesehen ist, macht im Alltag viele Menschen wütend. Doch die Moderatoren halten dagegen.

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Fast 15 Prozent der Neuseeländer sind Maori, etwa 5 Prozent sprechen noch die Sprache der Ureinwohner. Te Reo Maori ist bis heute eine der Amtssprachen des Landes. Man möchte meinen, dass der Gebrauch von Maori-Wörtern keinen Neuseeländer überrascht oder sogar aufregt.

Das ist jedoch sehr wohl der Fall, wie der britische "Guardian" berichtet. Demnach gehen regelmäßig Beschwerdebriefe von Zuschauern ein, wenn die Moderatoren der neuseeländischen Hauptnachrichtensendungen in ihrem Text Te-Reo-Worte verwenden. Der Vorwurf lautet meist, dass damit all jene, die der Maori-Sprache nicht mächtig sind, diskriminiert würden.

Im Jahr 2015 begann demnach Moderatorin Kanoa Lloyd, die Maori-Wurzeln hat, in ihren Wetterberichten Te-Reo-Worte zu verwenden. Unter anderem benutzte sie die Maori-Namen für die Nord- und Südinseln. Schon damals beschwerten sich Zuschauer.

Dennoch ließ sich Lloyd dem Blatt zufolge nicht davon abbringen. Inzwischen sind auch andere Moderatoren ihrem Beispiel gefolgt und flechten regelmäßig Maori-Worte mit ein. Was vielen als Referenz an die indigene Bevölkerung erscheint, löst bei einigen Zuschauern Unmut aus und rief nun sogar einen politischen Kommentator auf den Plan. Die Moderatoren nutzten "Jargon-Wendungen", die nur ein "winziger Teil des Publikums verstehe", schrieb Dave Witherow in der "Otago Daily Times".

Daraufhin veröffentlicht Lloyd bei Twitter eine Videobotschaft, in der sie "Bedauern" für ihre Kritiker äußerte. "Die Veränderung ist bereits passiert. Die Erde ist nicht flach, der Klimawandel ist real, der Vertrag wurde unterzeichnet, wir sprechen Maori." Die Moderatorin Guyon Espiner sagte, es scheine eine Menge Leute zu geben, die sich von den Te-Reo-Wörtern bedroht fühlten. Es gehe jedoch darum, eine offizielle Amtssprache und eine schöne Sprache zu fördern sowie ihren Gebrauch zu normalisieren.  

Quelle: ntv.de, sba