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Zigarette liefert Erbgutspuren Mörder nach Vierteljahrhundert gefasst

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Ein Labor verglich die DNA-Spuren vom Tatort mit denen, die von einer Zigarettenkippe des Mörders stammten.

(Foto: imago/Jochen Tack)

1994 vergewaltigt und tötet ein Unbekannter eine 26-Jährige im kanadischen Vancouver. Jetzt fasst die US-Polizei endlich ihren Mörder. Sein eigenes Laster überführt ihn - dank neuer DNA-Untersuchungsmethoden.

Als Richard E. Knapp bei einer Routine-Kontrolle angehalten wird, ahnte er sicher noch nicht, dass er wenig später ein überführter Mörder sein würde. Der 57-Jährige wird von den Beamten in Vancouver festgenommen, denn seine Spuren passen zu denen, die vor 25 Jahren am Tatort eines Mordes gesammelt wurden.

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Die 26-jährige junge Mutter Audrey Frasier ist im Juli 1994 vergewaltigt und ermordet worden. Der Täter hatte sie in ihrem eigenen Bett erwürgt. Damals hatte ein Nachbar die Polizei gerufen, weil er sich Sorgen um Frasier machte.

Der Kommissar Dustin Goudschaal erzählte amerikanischen Medien, man habe damals mehrere Verdächtige verhört, sei jedoch zu keinem Ergebnis gekommen. Durch eine Datenauswertung, die Richard E. Knapp mit dem Mord in Verbindung brachte, hatten die Beamten einen ersten Anhaltspunkt. Er war bereits 1986 wegen sexueller Belästigung und Strangulierung verurteilt worden. Doch seine biologische Probe war damals nicht in eine Datenbank eingegeben worden. Das verzögerte die Ermittlungen.

Neue DNA-Analyse-Methoden haben jetzt zum Durchbruch in dem Fall geführt. Über Monate beobachteten die Ermittler den Verdächtigen und warteten auf ihre Chance, an eine DNA-Probe von ihm zu gelangen. Dann machte Knapp den entscheidenden Fehler: er schmiss eine aufgerauchte Zigarette achtlos weg. Die Beamten griffen zu und schickten die Zigarette ins Labor. Und sie hatten Erfolg. Vor 25 Jahren waren am Tatort Spuren sichergestellt worden. Die Probe von Knapp ergab, dass er damals dort war.

Goudschaal besuchte den inzwischen 30-jährigen Sohn von Audrey Frasier persönlich, um ihm die gute Nachricht mitzuteilen. Den Bruder und den Vater des Opfers informierte er telefonisch.  "Es war sehr emotional", erzählte der Ermittler über das Gespräch mit Frasiers Vater. "Er dachte, er würde die Ungewissheit, wer seine Tochter ermordet hatte, mit ins Grab nehmen."

Quelle: n-tv.de, joh

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