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Prevent will nicht auspacken Mutmaßlicher Maulwurf bei VW enttarnt

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Zwischen VW und Prevent bestehen seit dem Frühjahr 2018 keine Lieferbeziehungen mehr.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Skandal um die illegale Abhörattacke bei Volkswagen soll ein Maulwurf über 50 Stunden einer internen Arbeitsgruppe zum Thema Prevent heimlich mitgeschnitten haben. Jetzt enttarnt der Automobilkonzern den angeblichen Spitzel. Der Ex-Zulieferer will mit der Sache allerdings nichts zu tun haben.

In der Abhöraffäre um mitgeschnittene Gespräche einer VW-internen Arbeitsgruppe ist der mutmaßliche Maulwurf bei Volkswagen enttarnt. Ein Mitarbeiter des Konzerns wurde nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa-AFX freigestellt.

Ein VW-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu den Informationen äußern. Laut dem Handelsblatt handelt es sich aber um einen Manager von VW mit langjähriger Erfahrung. Solange staatsanwaltschaftliche Ermittlungen andauerten, äußere sich der Konzern nicht zu der Angelegenheit, sagte auch Volkswagen-Markenfinanzchef Alexander Seitz. Der Konzern hatte eine Strafanzeige gegen unbekannt gestellt, nachdem der Vorgang zunächst intern untersucht worden war.

Am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass ein Unbekannter in den Jahren 2017 und 2018 Gespräche einer Arbeitsgruppe systematisch mitgeschnitten hatte. In den Arbeitsrunden ging es darum, wie mit der unliebsamen Zulieferergruppe Prevent umgegangen werden soll, mit der VW seit Jahren im Clinch liegt. Bevor VW im März 2018 alle Verträge mit Prevent kündigte, beriet sich das Unternehmen nach mehreren Lieferstopps offenbar längere Zeit, ob und wie Prevent als Zulieferer ausgesteuert werden sollte, wie es im Branchenjargon heißt. "Business Insider" sprach von rund 50 Stunden Audiomaterial aus mindestens 35 Aufnahmen.

"Opfer einer illegalen Abhör-Attacke"

"Volkswagen wurde Opfer einer illegalen Abhör-Attacke", hieß es vom Konzern. Dem Unternehmen liegen die Mitschnitte nach eigener Darstellung nicht vor. Prevent habe keine Kenntnis von den Mitschnitten gehabt, man sei auch erst recht nicht an deren Erstellung beteiligt gewesen, hatte ein Sprecher der Gruppe gesagt. Die Zuliefergruppe der bosnischen Eigentümerfamilie Hastor sah sich ihrerseits ebenfalls geschädigt und hatte angekündigt, rechtliche Schritte gegen VW zu prüfen.

Wer der Spitzel ist und ob er in Auftrag von jemand anderem handelte, blieb zunächst unklar. "Nachdem sich nun gezeigt hat, dass in erschreckendem Ausmaß illegal das Kernteam, das sich mit den Möglichkeiten der Beendigung der Geschäftsbeziehung zur Prevent-Gruppe beschäftigte, abgehört wurde, stellen wir uns selbstverständlich die Frage, wer an den Inhalten des Kernteams und dessen eventuellen Planungen ein Interesse haben und zu derlei Mitteln greifen würde", hatte ein VW-Sprecher anlässlich der Strafanzeige am Mittwoch mitgeteilt.

Zwischen VW und Prevent bestehen seit dem Frühjahr 2018 keine Lieferbeziehungen mehr. Vor Gericht befehden sich die Unternehmen aber immer noch. Nach Angaben von Prevent sind noch über zehn Verfahren allein vor deutschen Gerichten anhängig. Auch in den USA hat Prevent gegen VW Klage eingereicht. VW sieht sich in den bisherigen richterlichen Entscheidungen zu den Streitigkeiten mehrheitlich bestätigt.

Quelle: ntv.de, can/dpa