Panorama

Trotz höheren Rundfunkbeitrags NDR muss mehr sparen - sogar am "Tatort"

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Til Schweiger (rechts) könnte eines der Opfer des Sparkurses beim Norddeutschen Rundfunk werden.

(Foto: NDR/Christine Schroeder)

300 Millionen Euro will der Norddeutsche Rundfunk in den kommenden vier Jahren sparen. Dafür geht der Sender offenbar mit dem Rotstift durch das eigene Programm. Der Kurs soll auch Einfluss auf ein nationales TV-Monument haben.

Der öffentlich-rechtliche Norddeutsche Rundfunk (NDR) muss in den kommenden vier Jahren rund 300 Millionen Euro einsparen und damit 60 Millionen Euro mehr als bislang geplant. Über die Einzelheiten des Sparprogramms habe Intendant Joachim Knuth am Freitag den Verwaltungsrat informiert, teilte der Sender in Hamburg mit.

Im Fernsehen seien auch bei den Zulieferungen für das Erste der ARD Einsparungen geplant. Zukünftig werde es weniger "Tatorte", Unterhaltungsshows und Fernsehspiele vom NDR geben. Wie genau beim "Tatort" gespart wird, blieb zunächst unklar. Das Engagement des NDR für die Gemeinschaftseinrichtung ARD-aktuell in Hamburg ("Tagesschau", "Tagesthemen") soll höchste Priorität behalten. Für den NDR gehen unter anderem Til Schweiger, sowie Axel Milberg und Wotan Wilke Möhring auf Verbrecherjagd.

Einige Sendungen wie "Inselreportagen" werden ganz gestrichen. "Zapp" und das "Kulturjournal" verlagern ihre Inhalte zunehmend in Online-Angebote. Es sei außerdem vorgesehen, die Ausgaben für Personal, Produktion, Verwaltung und Programm zu senken. Unter anderem würden 200 Planstellen nicht nachbesetzt und so die Personalkosten um zehn Prozent zurückgeführt.

Der NDR verfügt jährlich über Einnahmen von rund einer Milliarde Euro (2018), konnte jedoch bislang aus Rücklagen höhere Ausgaben finanzieren. Diese Rücklagen sind aufgebraucht, so dass auch eine mögliche Erhöhung des Rundfunkbeitrags von gegenwärtig 17,50 Euro auf 18,36 Euro pro Monat keine grundlegende finanzielle Entlastung bedeuten würde - auch, weil ihm bei der Verteilung des Beitrags Nachteile entstünden, wie der Sender beklagt. Ein durch Asbestfunde in Hamburg notwendig gewordener Neubau der Senderzentrale in Hamburg belaste das Budget zusätzlich, genauso wie die Auswirkungen der Coronakrise.

Quelle: ntv.de, ter/dpa