Panorama

Zahlen nur wenig aussagekräftig NRW: Bisher weniger Tote als 2019

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Bisher starben in Nordrhein-Westfalen 1171 Menschen an Covid-19.

(Foto: picture alliance/dpa)

Experten erwarten aufgrund der Coronavirus-Pandemie eine erhöhte Sterblichkeit in Deutschland. Nordrhein-Westfalen, eins der am stärksten betroffenen Bundesländer, meldet für den März derzeit aber weniger Tote als im Jahr zuvor. Eilige Schlüsse sollte man daraus aber nicht ziehen.

Nordrhein-Westfalen hat im März 2020 keine erhöhte Sterblichkeitsrate im Vergleich zum Vorjahr festgestellt. Das teilte das Bundesland auf seiner Webseite mit. Demnach starben im März etwa 18.800 Menschen. Im Vorjahresmonat lag die Zahl der Toten bei 19.100. Hinweise auf eine durch die Covid-19-Pandemie erhöhte Sterblichkeit sind aus den Daten daher nicht abzulesen, heißt es in der Pressemitteilung.

Auch zeigen die vorläufigen Sterbefallzahlen für das erste Quartal 2020 keine Auffälligkeiten gegenüber den Vorjahren. Insgesamt starben von Januar bis März 2020 mit 53.900 rund drei Prozent weniger Menschen als im ersten Quartal 2019, als es 55.600 waren.

NRW gehört zu den am schwersten betroffenen Bundesländern in Deutschland. Das liegt hauptsächlich am Landkreis Heinsberg, in dem sich bei einem Karnevalsfest vermutlich Hunderte Menschen mit dem Virus angesteckt hatten. Im Kreis Heinsberg haben sich 1743 Menschen infiziert, 60 Menschen starben nach einer Erkrankung.

Sterberate stieg erst im April

Ob die Corona-Pandemie tatsächlich keine Auswirkungen auf eine erhöhte Sterblichkeitsrate hat, lässt sich aus diesen Zahlen aber noch nicht ableiten, da die April-Zahlen noch nicht mit einberechnet sind. Bundesweit gab es bis Ende März erst 703 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion.

Am 30. März hatte der Virologe Christian Drosten erklärt, dass die Sterberate erst jetzt steigen werde. "Wir haben den Beginn einer neuen Entwicklung", sagte der Professor von der Berliner Charité damals im NDR-Podcast. Anfangs hätten sich vor allem jüngere Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, so der Wissenschaftler. Gleichzeitig ist es aufgrund der ersten Vorsichtsmaßnahmen im Vorfeld der Kontaktbeschränkungen aber auch möglich, dass es im März weniger Influenza-Tote gegeben hat als in dem Jahr zuvor.

Generell ist die Zahl der verstorbenen Personen saisonalen Schwankungen unterworfen. Insbesondere während der Grippesaison (jeweils von Dezember bis März) sind die Sterbefallzahlen höher als im Rest des Jahres. Für März 2018 ermittelten die Statistiker mit 24.000 Sterbefällen beispielsweise den höchsten Monatswert der letzten fünf Jahre. In jenem Jahr waren in der Influenza-Saison deutlich höhere Fallzahlen verzeichnet worden.

Quelle: ntv.de, vmi

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