Notruf aus 32 Metern TiefeNeugierige junge Männer müssen aus Lavatunneln gerettet werden

Mitten in einem erkalteten Lavastrom spannt sich unterhalb der Stadt Mendig in der Eifel ein Netz von Felsenkellern. Im 19. Jahrhundert wurden dort wegen der idealen Temperatur Biere gelagert. Ein Ausflug in dieses Labyrinth könnte für drei Heranwachsende nun teuer werden.
Dunkel, kalt und tief: Drei Heranwachsende haben sich in Mendig in der Osteifel im unterirdischen Lava-Tunnelsystem verirrt. Obwohl es verboten ist, seien sie in die Stollen gelangt, hätten dann aber in dem weit verzweigten Areal die Orientierung verloren, sagte ein Polizeisprecher. "Zum Glück konnten sie einen Notruf absetzen."
Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst erhielten bei ihrem Einsatz Unterstützung eines Experten des Umweltministeriums. Er hatte Pläne des Tunnelsystems, erklärte der Sprecher. An verschiedenen Eingängen sei dann nach den in Not geratenen jungen Männern gerufen worden - schließlich mit Erfolg.
Die aus Nordrhein-Westfalen stammenden Geretteten waren laut Polizei leicht unterkühlt. Die Temperatur in den Stollen liege konstant bei sieben Grad, sagte der Sprecher. Gegen die Heranwachsenden, die "aus Neugier" in die Tiefe stiegen, wurde eine Strafanzeige gefertigt. Sie müssen damit rechnen, dass sie den Einsatz am Mittwochnachmittag bezahlen müssen.
"Die Polizei warnt eindringlich davor, unberechtigt die unterirdischen Tunnelsysteme zu betreten und damit sein Leben und das Leben der Einsatzkräfte zu gefährden", hieß es.
Wie entstand das Tunnelsystem?
Mitten in einem erkalteten Lavastrom spannt sich in 32 Metern Tiefe unterhalb der Stadt Mendig ein Netz von Felsenkellern. Es umfasst rund drei Quadratkilometer. Bei Führungen, die vom Vulkan-Museum Lava-Dome organisiert werden, können die Keller besichtigt werden.
Entstanden ist das System aus Stollen und Schächten im späten Mittelalter, als die Mendiger begannen, den kostbaren schwarzen Basalt abzubauen. Er war durch einen Lavastrom der letzten Vulkanausbrüche entstanden.
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich durch den intensiven Abbau nach Angaben der Stadt das größte Basaltlava-Bergwerk der Welt. Mitte des 19. Jahrhunderts nutzten die damals 28 Brauereien in der Stadt die Felsenkeller wegen ihrer konstant idealen Temperatur zur Lagerung der Biere.