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Über Leichen ans Vermögen Nizza stellt "Schwarze Witwe" vor Gericht

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An der Côte d'Azur ist es nicht schwer, wohlhabende Menschen zu treffen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Patricia Dagorn fühlt sich nach eigenen Angaben einfach nur wohl in der Gegenwart reicher, alter Männer. Doch ihre Liebhaber bezahlen die Partnerschaft mit schweren gesundheitlichen Leiden, falls sie überhaupt überleben. Letztere packen nun vor Gericht aus.

Die Medien nennen sie die "Schwarze Witwe" der Côte d'Azur: Im südfranzösischen Nizza hat der Prozess gegen eine 57-jährige Frau begonnen, die alte, wohlhabende Liebhaber vergiftet haben soll, um an deren Vermögen zu kommen. Der Staatsanwaltschaft zufolge hat Patricia Dagorn mindestens zwei über 60 und 85 Jahre alte Männer ermordet. Zwei weitere 82- und 91-jährige Opfer sollen ihretwegen schwer erkrankt sein.

Dagorn verbüßt bereits seit 2013 eine fünfjährige Haftstrafe wegen Diebstahls, Betrugs und Freiheitsberaubung eines 87-jährigen Witwers. Im Rahmen ihrer Ermittlungen entdeckte die Polizei in Dagorns Besitz unter anderem Personalausweise, Krankenversicherungskarten und Scheckhefte sowie größere Mengen Valium.

Die Ermittler glauben inzwischen, dass Dagorn seit ihrem Umzug an die französische Riviera im Jahr 2011 Kontakte zu mindestens 20 älteren Männern hatte, die sie über Partnervermittlungsagenturen kennenlernte. In vielen Fällen bat sie ihre Bekannten um Geld, stahl Dokumente von ihnen oder verlangte, dass sie sie im Testament aufnehmen.

"Besessen" vom schnellen Geld

Ihre beiden überlebenden Opfer wollen während des Prozesses als Zeugen auftreten. Einer von ihnen, der 91-jährige Robert Vaux, schilderte vor Gericht, wie es ihm rapide schlechter ging, seitdem er 2012 mit Dagorn zusammenlebte. Auf dem Höhepunkt seines Leidens habe die diplomierte Rechtswissenschaftlerin seinen Notar angeschrieben und gebeten, sie in das Testament aufzunehmen.

Dagorn bestreitet nach Angaben ihres Anwalts alle Vorwürfe. Sie habe sich einfach mit älteren Männern wohlgefühlt. Der Anwalt will auf Freilassung plädieren. Dagegen sagte ihr jüngster Sohn 2013 der Lokalzeitung "Nice Matin", seine Mutter sei schon immer davon "besessen" gewesen, rasch und einfach an Geld zu kommen.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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