Panorama

Nach rassistischer Beschimpfung Noah Becker äußert sich zu Beleidigungen

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Die Beleidigung durch den AfD-Politiker Jens Maier habe ihn nicht verletzt, sagt Noah Becker.

(Foto: imago/Future Image)

Mitte der Woche beschimpft AfD-Politiker Maier auf Twitter Boris Beckers Sohn Noah. Nun äußert sich dieser erstmals in einem Interview über den verbalen Ausfall, Rassismus und seinen Umgang damit.

Der AfD-Abgeordnete Jens Maier hat am Mittwoch den Sohn von Tennis-Star Boris Becker auf Twitter als "kleinen Halbneger" bezeichnet und damit Ärger und Empörung ausgelöst. Mit dem Tweet hatte er auf Aussagen Beckers reagiert, der in einem Interview Berlin als "weiße Stadt" bezeichnet und rassistische Anfeindungen beklagt hatte. Nach der Beleidigung hatte Becker sich zurückgehalten, nun sprach er aber ausführlich mit dem Magazin "Vice" über den Vorfall und seine Erfahrungen mit Rassismus.

Für ihn sei es "eine überraschende erste Woche des Jahres" gewesen, die Twitter-Beschimpfung habe ihn aber nicht sehr getroffen. Rassismus begegne ihm oft im Alltag und sei von Angesicht zu Angesicht viel härter, sagte er dem Magazin. In seinem Tweet hatte AfD-Politiker Maier geschrieben, Becker scheine "einfach zu wenig Beachtung geschenkt" worden zu sein. Im Interview dreht dieser den Spieß um: Über diejenigen, die andere rassistisch beleidigen, sagt er: "Den Menschen mit Hass müssen wir einfach Liebe geben und noch mehr Liebe – bis ihr Gehirn voll damit ist."

Becker wehrt sich juristisch

Als Ursache für derartige Anfeindungen vermutet der 23-Jährige Angst: "Wenn man aufwächst, wo nur Weiße sind … dann kennt man nichts anderes. Und hat Angst vor Fremden." Auch Wut vermutet er hinter fremdenfeindlichen Äußerungen: "Manche Menschen sind frustriert, haben andere Probleme und drücken ihre Wut so aus. Ich will mich da gar nicht gegen verteidigen."

Im Fall der Twitter-Beleidigung durch Maier will sich Becker allerdings juristisch zur Wehr setzen. Wie Christian-Oliver Moser, Anwalt der Familie Becker, der "Bild"-Zeitung sagte, wurde er mit der Einleitung entsprechender straf-und zivilrechtlicher Schritte beauftragt. Maier hat sich in einem Tweet an "Bild" von dem betreffenden Satz distanziert, nicht er sondern ein Mitarbeiter habe ihn verfasst. Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen hatte Ordnungsmaßnahmen gegen den Parteikollegen ins Gespräch gebracht, die Partei ist in der Frage aber uneins.

Quelle: n-tv.de, fhe

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