Panorama

Große Lebensmittelknappheit Nordkorea leidet unter Jahrhundert-Dürre

119899090.jpg

Es ist nicht das erste Mal, dass Nordkorea unter extremer Dürre leidet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Immer wieder kommt es in Nordkorea zu Dürre-Perioden. In diesem Jahr soll die Niederschlagsmenge auf ein Rekordtief gefallen sein. Das Land leidet unter Lebensmittelengpässen. 40 Prozent der Nordkoreaner sind vom Hunger betroffen, meinen internationale Beobachter.

Nordkorea leidet unter der schlimmsten Dürre seit mehr als einem Jahrhundert. Binnen eines Jahres habe es nur 56,3 Millimeter Regen oder Schnee gegeben, meldete die Zeitung "Rodong Sinmun", das Sprachrohr der Regierungspartei. Dies sei die geringste Niederschlagsmenge seit 1917 gewesen. Das Wasser in den Seen und Staubecken werde knapp. "Die anhaltende Trockenheit hat bedeutende Auswirkungen auf den Anbau von Weizen, Gerste, Mais, Kartoffeln und Bohnen."

Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (Fao) und das Welternährungsprogramm (WFP) gingen in ihrem Anfang Mai veröffentlichten Bericht davon aus, dass rund 10,1 Millionen Nordkoreaner - 40 Prozent der Bevölkerung - unter gravierender Lebensmittelknappheit leiden, ähnlich viel wie in den vergangenen Jahren. Das Land leidet seit Jahrzehnten immer wieder an Lebensmittelengpässen. Bereits 2015 meldete es die "schlimmste Dürre seit hundert Jahren".

In den 90er Jahren waren während einer schweren Hungersnot in Nordkorea Hunderttausende Menschen gestorben. Der Westen macht die Führung in Pjöngjang dafür verantwortlich, die viel Geld in das Atom- und Raketenprogramm des Landes steckte. Die deswegen verhängten internationalen Sanktionen treffen auch die nordkoreanischen Landwirte hart, weil es an Maschinenteilen und Treibstoff fehlt.

Die Dürre der vergangenen Monate bekamen auch Nordkoreas Nachbarländer zu spüren. Im Nordosten Chinas, in den an Nordkorea grenzenden Provinzen Liaoning und Jilin, fielen von Mai 2018 bis Mai 2019 27,6 Millimeter Regen - 55 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch Südkoreas Wetterbehörde sprach angesichts von 157 Millimeter Regen binnen eines Jahres von einer "leichten Dürre".

Quelle: n-tv.de, psa/AFP

Mehr zum Thema