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Einer der Anschlagsorte in Austin: Die Polizei sperrt nach der Explosion einer Paketbombe die Straße ab.
Einer der Anschlagsorte in Austin: Die Polizei sperrt nach der Explosion einer Paketbombe die Straße ab.(Foto: REUTERS)
Montag, 12. März 2018

Rassistische Anschläge in Texas?: Paketbomben töten zwei Menschen in Austin

Innerhalb weniger Tage explodieren im texanischen Austin mehrere Paketbomben, es gibt Tote und Verletzte. Weil alle Opfer Afroamerikaner oder Latinos sind, vermuten Ermittler rassistische Hintergründe. Die Polizei warnt vor weiteren Sprengsätzen.

In der texanischen Millionenmetropole Austin sind mehrere Anschläge mit Paketbomben verübt worden. Die Polizei geht eigenen Angaben zufolge von einem Zusammenhang zwischen den Vorfällen aus. Die Rede war von mindestens drei einzelnen Anschlägen mit explodierenden Paketen.

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Aufgrund der Tatumstände liege ein rassistisches Motiv nahe, hieß es. Bei den Anschlägen kamen bislang zwei Menschen ums Leben. Zwei weitere wurden verletzt. Die Behörden halten es für möglich, dass weitere bislang unentdeckte Pakete im Umlauf sind.

Rassistisch motivierter Terror?

Zuletzt wurde in einem von Schwarzen bewohnten Gebäude in Austin bei einer Explosion zunächst ein 17-Jähriger getötet und eine Frau verletzt. Der 17-Jährige habe ein Paket in die Wohnung getragen und dort geöffnet, teilte die Polizei mit. Dabei sei der enthaltene Sprengsatz explodiert. Wenig später wurde eine etwa 75-jährige Frau hispanischer Abstammung durch eine weitere Paketbombe lebensgefährlich verletzt. Die Behörden stufen die Vorfälle als Mordanschläge ein.

Ermittler der US-Bundespolizei FBI vermuten offenbar einen Serientäter hinter den Anschlägen. Bereits am 2. März war eine erste Paketbombe vor dem Eingang eines von Afroamerikanern bewohnten Hauses in Austin platziert worden. Durch die Detonation wurde den Polizei-Angaben zufolge ein 39-Jähriger schwer verletzt. Er erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Warnung an die Bevölkerung

In allen drei Fällen wurden die fraglichen Pakete jeweils vor den Haustüren abgelegt. Erste Hinweise deuteten darauf hin, dass die Pakete nicht von der Post oder anderen Anbietern geliefert worden seien, sagte der Polizeichef von Austin, Brian Manley. Aufgrund der an den verschiedenen Tatorten gesammelten Beweismaterialien sei anzunehmen, "dass diese Vorfälle zueinander in Beziehung stehen."

Polizeichef Manley rief die Bevölkerung zu äußerster Vorsicht auf. Er warnte alle Einwohner der Stadt davor, Pakete zu öffnen, die unerwartet vor ihrer Wohnungstür auftauchten und verdächtig aussähen. Die Besucher der Kultur- und Technikmesse South by Southwest (SXSW) in Austin hätten aber keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Die Anschlagsorte lägen jeweils weit entfernt vom Veranstaltungsgelände, hieß es.

Quelle: n-tv.de