Panorama

Dutzende Tote in Pakistan Passagierjet stürzt in Wohngebiet

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Technische Probleme sollen eine mögliche Absturzursache sein.

(Foto: AP)

In Pakistan ereignet sich ein schweres Flugzeugunglück - nur wenige Tage, nachdem der Flugbetrieb in dem Land wieder langsam angelaufen ist. Der Airbus einer pakistanischen Airline stürzt mit rund 100 Passagieren an Bord in ein Wohngebiet nahe der Stadt Karatschi.

Ein Flugzeug mit mehr als 100 Passagieren an Bord ist im Süden Pakistans abgestürzt. Die Passagiermaschine sei in der Nähe der Stadt Karatschi wenige Minuten vor der Landung in einem Wohngebiet abgestürzt, teilte die Luftfahrtbehörde des Landes mit. Mehrere Häuser wurden durch den Absturz beschädigt, wie ein Sprecher der Luftfahrtbehörde sagte. Über die konkrete Zahl der Opfer herrscht bislang Unklarheit. Nach Angaben der Airline PIA sind bisher 41 Leichen geborgen worden, mindestens zwei Fluggäste hätten das Unglück überlebt.

Einer der Überlebenden, der Chef einer Bank, sei in einem stabilen Zustand, sagte der Chefminister der südlichen Provinz Sindh, Murad Ali Shah, der den Mann in einem Krankenhaus traf. Es könne noch weitere Überlebende geben, sagte ein Sprecher der Airline.

Das Militär und die Polizei haben das als "Model Colony" bekannte Gebiet rund zwei Kilometer entfernt von der Landebahn abgesperrt. Fernsehaufnahmen zeigen eine dichte, schwarze Rauchwolke sowie Krankenwagen, die zur Absturzstelle eilen. Verletzte wurden aus den Trümmern eingestürzter Gebäude herausgezogen. Mindestens 15 Menschen, die in den beschädigten Häusern verwundet wurden, sind in das Jinnah-Krankenhaus von Karatschi gebracht worden. Dort wurde der Notstand ausgerufen.

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Der von Pakistan International Airline (PIA) betriebene Airbus mit der Flugnummer PK8303 war auf dem Weg von der östlichen Stadt Lahore nach Karatschi, sagte der Sprecher der Fluggesellschaft Mohamed Abdullah. An Bord waren 99 Passagiere und 8 Crewmitglieder. Der Pilot habe dem Tower technische Probleme der Maschine berichtet, sagte PIA-Chef Arshad Malik.

Premier "schockiert und betrübt"

Augenzeugen berichteten lokalen Fernsehsendern, dass sie das Flugzeug um den Flughafen kreisen sahen, bevor es abstürzte. Pakistans Premierminister Imran Khan drückte den Opfern und Familien sein Beileid aus. "Schockiert und betrübt über den PIA-Absturz", schrieb Khan auf Twitter.

Der Absturz kommt nur eine Woche nach der Entscheidung der pakistanischen Behörden, den Flugverkehr im Inland wieder aufzunehmen. Wegen der Corona-Pandemie sind internationale Flüge in das südasiatische Land noch bis Ende des Monats ausgesetzt. Bereits im Jahr 2016 kam es zu einem Absturz einer Maschine der staatlichen Fluggesellschaft PIA mit rund 50 Toten.

2012 starben 127 Menschen beim Absturz einer Maschine einer kleinen privaten Airline auf dem Weg von Karatschi nach Islamabad. Im Jahr 2010 stürzte ein Airbus vor der Landung in der Hauptstadt Islamabad ab, alle 152 Insassen kamen bei dem Unglück ums Leben.

Quelle: ntv.de, ter/dpa