Panorama

Trump rudert zurück Pentagon geht in Beirut von Unfall aus

Wie es zu der fatalen Explosion im Libanon gekommen ist, wird noch untersucht. US-Präsident Trump erklärt kurz nach dem Ereignis, dass es vermutlich ein Anschlag war. Sein Verteidigungsminister geht jedoch von einem Unfall aus. Daraufhin stellt auch Trump seine Sicht der Dinge plötzlich etwas anders dar.

Die verheerende Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut ist nach Einschätzung von US-Verteidigungsminister Mark Esper ein Unfall gewesen. Damit widersprach er US-Präsident Donald Trump indirekt. Die verfügbaren Informationen erlaubten noch kein abschließendes Bild, die "meisten" Quellen gingen aber von einem Unfall aus, sagte Esper. "Es ist natürlich eine Tragödie." Die US-Regierung sei im Gespräch mit dem Libanon, um zu sehen, wie die USA helfen könnten, sagte Esper per Video beim Aspen-Forum für Sicherheitspolitik.

Trump hatte am Vorabend mit der Aussage für Wirbel gesorgt, bei den Explosionen habe es sich um einen mutmaßlichen "Angriff" mit einer "Art von Bombe" gehandelt. Das hätten ihm seine Generäle nahegelegt. Trumps Bemerkung sorgte für Irritationen, weil er damit auch den Angaben der libanesischen Behörden widersprach.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums wollte die Äußerungen des Präsidenten zunächst nicht kommentieren. Der Nachrichtensender CNN zitierte aber drei anonyme US-Verteidigungsvertreter, die Trump direkt widersprachen. Demnach gab es keine Hinweise für einen solchen Angriff oder Anschlag. Ein Verteidigungsvertreter sagte laut CNN, würden die USA tatsächlich von einem Bombenangriff ausgehen, würde der Schutz von US-Truppen und US-Einrichtungen in der Region automatisch verstärkt. Dies sei aber nicht der Fall.

Inzwischen räumte Trump ein, dass die Explosionen doch durch einen Unfall ausgelöst worden sein könnten. Es könne sich um einen "Unfall" oder um einen "Angriff" handeln, sagte Trump am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Zum jetzigen Zeitpunkt wisse dies "niemand".

Bei zwei Explosionen am Hafen von Beirut waren nach Angaben der libanesischen Behörden mindestens 113 Menschen getötet und mehr als 4000 weitere verletzt worden. Nach Regierungsangaben waren 2750 Tonnen ohne geeignete Vorsichtsmaßnahmen gelagertes Ammoniumnitrat explodiert. Die Substanz kann für Düngemittel oder zur Herstellung von Sprengstoff verwendet werden.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP