Panorama

"Nicht an Umsetzung geglaubt"Pfleger hatten makabre Whatsapp-Gruppe

26.09.2017, 15:08 Uhr
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Die Taten ereigneten sich in einem Alltenheim. (Foto: dpa)

Sie schrieb ihrem Kollegen, er solle eine Patientin mit einem Kissen ersticken. Das tat der Mann offenbar. Doch vor Gericht will die 27-jährige Pflegerin das alles nicht so gemeint haben.

Bei den mutmaßlichen Morden in einem rheinland-pfälzischen Altenheim haben offensichtlich Whatsapp-Nachrichten eine entscheidende Rolle gespielt. Die Nachrichten füllen insgesamt 20 Ordner. Im Prozess betonte nun aber eine angeklagte Pflegerin, sie habe ihren Kollegen nicht mit den Whatsapp-Nachrichten zur Tötung einer Patientin angetrieben.

Die 27-jährige räumte vor dem Landgericht Frankenthal zwar ein, dass der 24-Jährige sie in der Nacht auf den 30. Dezember 2015 per Whatsapp-Nachrichten darüber auf dem Laufenden hielt, dass er einer Seniorin in Tötungsabsicht Insulin spritzte. Sie habe aber nicht geglaubt, dass er seine Ankündigungen wirklich in die Tat umsetze. "Ich habe ihn nicht für voll genommen", erklärte sie.

Die drei ehemaligen Mitarbeiter eines Seniorenheims in Lambrecht sind wegen Mordes angeklagt. Ein 48-Jähriger hatte die Taten beim Prozessauftakt bestritten, der 24-Jährige hatte sie bei den Ermittlungen gestanden. Die dritte Angeklagte bestätigte nun, dass die Mitarbeiter in einer gemeinsamen Whatsapp-Gruppe eine "makabre" Sprache und Mordfantasien pflegten.

Laut Anklage feuerte die Pflegerin den 24-jährigen Kollegen von zu Hause aus an und schlug ihm vor, die 85-jährige Bewohnerin mit einem Kissen zu ersticken, als sie trotz des verabreichten Insulins nicht starb. Dass sie so etwas geschrieben habe, könne sie sich nicht mehr erklären, sagte sie nun. Neben dem Mord an der 85-Jährigen wird den beiden Männern eine weitere Tötung vorgeworfen, an der die Frau nicht beteiligt gewesen sein soll.

Quelle: sba/dpa

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