Entschuldigung und StrafzahlungPilotenselfie führte in Südkorea zu Kollision

Fünf Jahre nach der Kollision zweier Kampfjets bei Daegu enthüllt ein Bericht brisante Details zum Unglückshergang. Verbotene Filmaufnahmen und riskante Flugmanöver führen an jenem Tag zu einem gigantischen Schaden. Nur durch ein Wunder fordert das keine Menschenleben.
Im Dezember 2021 stoßen während eines Formationsfluges in der Nähe der Stadt Daegu zwei Kampfflugzeuge der südkoreanischen Luftwaffe in der Luft zusammen. Nach Jahren der Untersuchung wird nun die Ursache dafür öffentlich. Laut einem Bericht des staatlichen südkoreanischen Rechnungsprüfungsamtes führten ungeplante Manöver für private Filmaufnahmen zu der Kollision zweier F-15K-Jets.
Offenbar hatten die Piloten kurz vor dem Unfall Selfies gemacht und sich selbst gefilmt. Die Prüfer gaben an, dass ein Flügelmann-Pilot versucht habe, Aufnahmen zu machen, um seinen letzten Flug mit der Einheit zu dokumentieren. Um den Kamerawinkel zu verbessern, stieg er ohne Freigabe steil auf und flog eine Kurve, während ein anderer Pilot vom Führungsjet aus filmte.
Als sich die Flugzeuge näherten, versuchten beide Besatzungen Ausweichmanöver, doch das Leitwerk des Begleitflugzeugs traf den Flügel des führenden Jets. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt.
Suspendiert und bestraft
Der Rechnungshof machte in erster Linie den Begleitpiloten verantwortlich, kritisierte aber auch die Luftwaffe für die damals laschen Kontrollen der Filmaufnahmen während des Fluges und ordnete an, dass der Pilot etwa ein Zehntel der Reparaturkosten zurückzahlen müsse. Der Gesamtschaden betrug demnach 880 Millionen Won (umgerechnet rund 507.000 Euro).
Die südkoreanische Luftwaffe entschuldigte sich. "Wir entschuldigen uns aufrichtig bei der Öffentlichkeit für die Besorgnis, die der Unfall im Jahr 2021 verursacht hat", sagte ein Sprecher der Luftwaffe in einer Pressekonferenz. Der Sprecher erklärte weiter, einer der beteiligten Piloten sei vom Flugdienst suspendiert und disziplinarisch bestraft worden. Er habe die Streitkräfte inzwischen verlassen.
Die Luftwaffe erklärte, man habe inzwischen Maßnahmen ergriffen, um die Flugsicherheitsregeln zu verschärfen und eine Wiederholung des Vorfalls zu verhindern.