Panorama

Geschichte politischer Fake News Wie Altgriechen und Päpste die Welt belogen

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Darstellung der Konstantinischen Schenkung auf einem Fresko von 1246 in der Silvesterkapelle der Basilika Santi Quattro Coronati in Rom.

(Foto: picture-alliance / akg-images)

In den sozialen Medien sorgen Fake News seit Jahren für Hass und Misstrauen. Doch Verschwörungstheorien existierten schon lange vor der Erfindung des Internets. Die Wurzeln reichen bis in die Antike und ins Mittelalter zurück.

Spätestens seit dem US-Wahlkampf 2016 sind Fake News als politisch aufgeladener Kampfbegriff allgegenwärtig. Vor allem Ex-Präsident Donald Trump nutzte die Bezeichnung, um seine politischen Gegner zu diskreditieren. In den sozialen Medien manipulieren Falschinformationen Menschen und prägen den öffentlichen Diskurs.

Fake News sind aber kein neues Phänomen. Bereits in der Antike spielte die gezielte Verbreitung von Desinformationen eine wichtige Rolle. Der altgriechische Staatsmann Themistokles etwa schaltete seinen schärfsten Konkurrenten Aristeides aus, indem er das Gerücht verbreitete, dieser wolle die Volksherrschaft beseitigen und eine Tyrannei errichten. Der Athener wurde anschließend aus seiner Heimat verbannt.

Gezielte Desinformationen prägen jede Epoche. Dabei spiegeln die größten Fakes auch die Machtverhältnisse der jeweiligen Zeit wider. Im Mittelalter wurde politische Herrschaft durch Religion legitimiert, gerne auch mit Lügen: In der Konstantinischen Schenkung, einer Urkunde, angeblich zwischen den Jahren 315 bis 317 vom römischen Kaiser Konstantin I. ausgestellt, wird Papst Silvester und seinen Nachfolgern die Herrschaft über Rom, Italien und das gesamte westliche römische Reich übertragen.

Das Dokument bestätigt außerdem die Legitimität des Papstes als Oberhaupt der katholischen Kirche. Für Jahrhunderte galt es als ein Fundament des kirchlichen Rechts und zementierte die Machtverhältnisse in Europa. Erst im 16. Jahrhundert flog die Fälschung auf und befeuerte die aufkeimende Reformation.

Hexenverschwörung im Mittelalter

Wie gefährlich Verschwörungstheorien und Fake News sein können, zeigt auch die Hexenverschwörung. Nach Ende des Mittelalters waren die Menschen von Seuchen wie der Pest sowie durch Kriege gebeutelt. In seinem Buch "Hexenhammer" schrieb Heinrich Kramer 1487 auf, wer seiner Meinung nach die Schuld daran trägt: Hexen. Mehr als 10.000 Frauen wurden anschließend aufgrund seiner "Beweisführung" ermordet. Die Suche nach einem Schuldigen ist ein wiederkehrendes Element von Verschwörungstheorien.

Heute ist vor allem Russland für seine Desinformationskampagnen als Teil der hybriden Kriegsführung gefürchtet. Mit Fake News Hass und Zwietracht säen und damit den politischen Gegner destabilisieren, das ist die Strategie. Ein Geflecht aus staatlichen Stiftungen, im Verborgenen agierenden Trollfabriken und Geheimdiensten sorgt dafür, dass Fake News und Verschwörungstheorien verbreitet werden. Dafür kooperiert der Propaganda-Apparat auch mit Querdenkern, Reichsbürgern und Rechtsextremisten in Deutschland.

Kai Schulik und Julia Weber, Volontäre der RTL-Journalistenschule, recherchieren seit Monaten zum Thema Fake News und Verschwörungstheorien. In der neuen Folge des ntv-Podcasts "Wir sind Geschichte" geben sie einen Einblick in ihre Arbeit und blicken auf die Geschichte der Verschwörungstheorien und Desinformationen.

Wir sind Geschichte - ein ntv Podcast

In "Wir sind Geschichte" steuert Moritz Harms seinen Zeitreisebus in zehn Episoden über die interessantesten Routen, die unser historisches Straßennetz zu bieten hat. Die Olympischen Spiele in Deutschland, Feminismus, politische Attentate, das atomare Wettrüsten und vieles mehr. "Wir sind Geschichte" - der ntv History-Podcast erscheint ab 1. April jeden Freitag in der ntv App und überall, wo es Podcasts gibt: Audio Now, Amazon Music, Apple Podcasts, Google Podcasts und Spotify. Mit dem RSS-Feed auch in anderen Apps.

Quelle: ntv.de

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