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Blutiger Vorfall bei Barcelona: Gerichtsmediziner transportieren den Leichnam des Angreifer ab.
Blutiger Vorfall bei Barcelona: Gerichtsmediziner transportieren den Leichnam des Angreifer ab.(Foto: AP)
Montag, 20. August 2018

Messerattacke in Katalonien: Polizei erschießt Angreifer bei Barcelona

Ein Vorfall in Katalonien löst in Spanien ernste Sorgen aus: Am Morgen dringt ein Mann unter "Allahu Akbar"-Rufen in eine Polizeistation ein und greift die Beamten mit einem Messer an. Die Polizei geht derzeit von einem Terroranschlag aus.

Ein mit einem Messer bewaffneter Mann ist am Morgen bei einem Angriff auf Beamte in einer Polizeiwache in Spanien getötet worden. Der Angreifer wurde auf dem Polizeirevier in der Vorortgemeinde Cornellà de Llobregat nahe Barcelona erschossen, wie die Polizei der Region Katalonien mitteilte.

Höchste Sicherheitsstufe: Schwer bewaffnete Einsatzkräfte der katalanischen Polizei sichern den Tatort bei Barcelona ab.
Höchste Sicherheitsstufe: Schwer bewaffnete Einsatzkräfte der katalanischen Polizei sichern den Tatort bei Barcelona ab.(Foto: dpa)

Der Mann habe kurz vor sechs Uhr versucht, in die Wache einzudringen, berichteten spanische Medien unter Berufung auf die Behörden. Er habe "die Beamten attackieren" wollen. Bei dem Angriff habe der junge Mann "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen, hieß es weiter.

Der aus Algerien stammende Angreifer sei 29 Jahre alt gewesen und habe einen spanischen Personalausweis gehabt, teilte die katalanische Polizei Mossos d'Esquadra mit. Der Zwischenfall werde nach den vorliegenden Erkenntnissen vorerst als Terroranschlag betrachtet, sagte ein Sprecher der katalanischen Polizei.

Der Angreifer wurde noch im Eingangsbereich der Wache von Polizisten niedergeschossen. Er erlag kurz darauf seinen Verletzungen. Zuletzt habe er ersten Erkenntnissen zufolge unweit des Tatorts in Cornellà del Llobregat gelebt, berichtete die spanische Tageszeitung "El Periódico".

Medienberichten zufolge wurde die Wohnung des Erschossenen unmittelbar nach dem Angriff durchsucht. Dabei hätten Beamte unter anderem die Lebensgefährtin des Mannes befragt. Die Polizei kündigte eine Pressekonferenz an, in der ein erster Stand der Ermittlungen vorgestellt werden soll.

Kurz nach dem Las-Ramblas-Jahrestag

Der Vorfall weckt in der spanischen Öffentlichkeit ernste Sorgen vor einer anhaltenden Bedrohung durch islamistisch motivierten Terror. Vor fast genau einem Jahr waren bei Anschlägen in Katalonien 16 Menschen getötet worden. Ein 22-jähriger gebürtiger Marokkaner war am 17. August 2017 mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge auf Barcelonas Flaniermeile Las Ramblas gerast.

Wenige Stunden danach hatten Angreifer in dem nahegelegenen Badeort Cambrils ein Auto in eine Gruppe von Passanten gesteuert und dort auf mehrere Menschen eingestochen. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte die Taten für sich.

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Quelle: n-tv.de