Panorama

Nach Festnahmen auf Usedom Polizei geht im Fall Maria von Mord aus

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Vor der Haustür des Opfers in Zinnowitz stehen Kerzen und Kränze: Im Fall Maria meldet die Polizei jetzt zwei Festnahmen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach zwei Festnahmen auf der Ostseeinsel Usedom winkt die Aufklärung im Fall um die erstochene Maria: Bei der ersten Vernehmung offenbaren die jungen Männer "Täterwissen". Die Staatsanwaltschaft Stralsund geht jetzt von Mord aus.

Der Mordfall auf der Ostseeinsel Usedom steht vor der Aufklärung: Vier Wochen nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Frau in Zinnowitz hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Die 19 und 21 Jahre alten Männer aus dem kleinen Ort sollen Maria in der Nacht zum 19. März in ihrer Zinnowitzer Wohnung getötet haben.

Die Festgenommenen waren laut Polizei Bekannte von Maria. Beide seien Deutsche. Wie Sascha Ott, stellvertretender Leiter der Stralsunder Staatsanwaltschaft, sagte, sollen Bekannte von Maria die Polizei auf die Spur der beiden Männer geführt haben. Bei ihrer ersten Vernehmung hätten die Festgenommenen Details zur Tat preisgegeben. "Das waren Informationen, die konnte nur ein Täter haben", sagte Ott. Er gehe derzeit davon aus, dass es sich um Mord und nicht um Totschlag handele.

Gegen den 21-Jährigen sei bereits am Montag Haftbefehl erlassen worden, am Dienstagmorgen wurde er festgenommen. "In einer der ersten Spontanäußerungen gab er einen Hinweis auf den anderen Tatverdächtigen", sagte Staatsanwalt Ott. Daraufhin nahmen die Beamten auch den 19-Jährigen vorläufig fest. Laut Staatanwaltschaft ist er bereits wegen Gewaltdelikten in Erscheinung getreten. Die "Bild"-Zeitung berichtete, der jüngere Mann sei mit Marias bester Freundin liiert. Zum Tatmotiv gab es zunächst keine Informationen. Beide wurden dem Haftrichter vorgeführt.

Die Ermittlungen der Polizei gestalteten sich schwierig. Bereitschaftspolizisten durchkämmten das Umfeld der Wohnung mit Hunden nach Spuren, entleerten Altglascontainer und durchsuchten Mülltonnen. Doch sie blieben ohne Erfolg: Auch die Tatwaffe ist bis heute verschwunden. Mehr als 150 Personen aus dem Umfeld des Opfers wurden vernommen, Marias Telefonverbindungen und Kontakte in den sozialen Medien ausgewertet.

Die junge Frau war vor vier Jahren aus Stralsund auf die Insel gezogen und im dritten Monat schwanger, als sie getötet wurde, berichtete die Mutter der "Ostsee-Zeitung". Die Staatsanwaltschaft wollte dies nicht kommentieren, da bislang kein Zusammenhang zur Tat erkennbar sei.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa