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Mit über 200 Beamten sucht die Polizei nach dem Mann, auch in Chemnitz.
Mit über 200 Beamten sucht die Polizei nach dem Mann, auch in Chemnitz.(Foto: dpa)
Dienstag, 12. Juni 2018

Fahndung jetzt bei Zwickau: Polizei hat Hinweise zu bewaffnetem Mann

Seit Sonntag sucht die Polizei rund um Chemnitz nach einem Mann, der möglicherweise eine Schusswaffe bei sich trägt. Nach einem Hinweis durchkämmen die Beamten nun einen Wald bei Zwickau. Und es gibt auch Vermutungen, woher der Mann die Waffe haben könnte.

Bei der Suche nach einem möglicherweise bewaffneten Mann hat die Polizei in Sachsen ein Waldstück abgeriegelt. Nach konkreten Hinweisen suchten seit dem Nachmittag rund 100 Einsatzkräfte in der Nähe von Zwickau den 29-Jährigen, auch mithilfe von Hubschrauber und Hunden. "Es gibt konkrete Anhaltspunkte, dass er sich in dem Gebiet befindet", sagte eine Polizeisprecherin. Bis zum Abend verlief die Suche ohne Ergebnis. Mehr als 48 Stunden war der Gesuchte zu dem Zeitpunkt schon untergetaucht.

In diesem Gebiet bei Zwickau könnte sich der Bewaffnete verstecken.
In diesem Gebiet bei Zwickau könnte sich der Bewaffnete verstecken.(Foto: dpa)

Als konkrete Straftaten stehen laut Polizei bislang lediglich der Verdacht auf eine Bedrohung sowie der Vorstoß gegen das Waffengesetz im Raum. Nach dem Sportschützen wird seit Sonntag mit einem Aufgebot von rund 230 Beamten gefahndet. Im Fokus war der Bereich Chemnitz, Hartmannsdorf und Limbach-Oberfrohna.

Nach einem wohl handgreiflichen Streit mit seiner Ex-Freundin am Sonntag hatte es laut Polizei Hinweise darauf gegeben, dass sich der 29-Jährige eine Schusswaffe verschafft haben könnte. Es fehle eine Waffe aus dem Sportschützenverein des Mannes in Hartmannsdorf, betonte die Polizeisprecherin. Vorsorglich waren die Ex-Freundin und deren Familie in Sicherheit gebracht worden. Die Polizei konnte eine weitere Eskalation nicht ausschließen. Warum der Mann nach dem Streit getürmt ist, war nach wie vor unklar.

Einbruch mit Pfefferspray

Die "Chemnitzer Morgenpost" schreibt, der Mann sei am Sonntag in das Haus der Ex-Freundin eingebrochen. Dort habe er mit ihr und ihren Zwillingstöchtern gelebt, bevor er sie im Februar rausgeworfen habe. Aus Angst vor ihm habe sie die Schlösser tauschen lassen. Bei dem Einbruch habe der Mann Pfefferspray versprüht und sich mit dem Vater seiner früheren Freundin geprügelt, der ihn mit einer Zange verjagen konnte. Die Zeitung schreibt weiter, der Mann sei Vorsitzender seines Schützenvereins. Er habe Zugriff auf das Lager des Vereins gehabt, obwohl ihm der Waffenschein abgenommen worden war. Seiner Ex-Freundin habe er in einer SMS geschrieben: "Ich bin im Krieg."

Zum letzten Mal war der Mann am Sonntagmorgen im Chemnitzer Stadtzentrum gesichtet worden. Dort wurde auch sein Auto sichergestellt. Danach hatten Polizisten in Uniform und in Zivil mögliche Aufenthaltsorte des Mannes überwacht. Bereits im April hatte es eine Auseinandersetzung zwischen dem 29-Jährigen und seiner Ex-Freundin gegeben. Daraufhin waren mehrere Waffen des Mannes in dessen Wohnung sichergestellt worden.

Quelle: n-tv.de