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Gruppenvergewaltigung in Velbert Polizei verhaftet 14-jährigen Bulgaren

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Das Mädchen war gerade vom Schwimmbadbesuch auf dem Weg nach Hause, als sie überfallen wurde.

(Foto: dpa)

Acht Jungs zerren eine 13-Jährige in ein Waldstück und vergewaltigen sie - erst eine Passantin kann das Mädchen befreien. Kurz nach der Tat werden sechs Verdächtige festgenommen. Zwei flüchten mit ihren Eltern nach Bulgarien. Nun ist einer von beiden verhaftet worden.

Nach der Gruppenvergewaltigung eines Mädchens im nordrhein-westfälischen Velbert ist ein weiterer tatverdächtiger Junge in Bulgarien aufgespürt und verhaftet worden. Der Jugendliche soll nach Informationen der "Bild"-Zeitung 14 Jahre alt sein. Nach einem achten Jungen im Alter von 15 Jahren werde nach wie vor gefahndet, wie die Wuppertaler Staatsanwaltschaft mitteilte. Auch er soll sich in Bulgarien aufhalten.

Gegen die sechs anderen mutmaßlichen Vergewaltiger im Alter zwischen 14 und 16 Jahren ist inzwischen Anklage erhoben worden. Sie sitzen in Untersuchungshaft. Die Hauptverhandlung soll wegen des jungen Alters von Opfer und Tatverdächtigen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Weil die Ermittler zwei der Verdächtigen in Bulgarien vermuteten, hatten sie internationale Fahndungsmaßnahmen veranlasst. Die beiden Jungs hatten sich gemeinsam mit ihren Familien in das Land abgesetzt. Die bulgarischen Behörden hatten jegliche Unterstützung zugesagt. Über das Bundeskriminalamt (BKA), das Landeskriminalamt und den BKA-Verbindungsbeamten bei Interpol Sofia wurden demnach alle Informationen ausgetauscht.

Mindestens acht Jugendliche aus Bulgarien sollen die 13-Jährige am 21. April in Velbert bei Wuppertal in ein Waldstück gezerrt und missbraucht haben. Die Tat sollen sie zudem mit dem Handy festgehalten haben. Die Verdächtigen sind allesamt noch Schüler. Erst eine Spaziergängerin hatte das Mädchen aus den Händen der Gruppe befreien können.

Die 13-Jährige war ihren Peinigern nach der Tat quasi selbst auf die Spur gekommen. "Das Mädchen hatte das Gefühl, einen der Täter irgendwo schon einmal gesehen zu haben", sagte der Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft, Wolf-Tilman Baumert. "Sie hat dann auf Facebook in allen möglichen Gruppen nach ihm gesucht und ist dabei fündig geworden." Auf einem Foto habe sie ihn wiedererkannt.

Zwar habe der Schüler seinen Facebook-Account unter falschem Namen geführt, sein Foto sei aber an alle Streifenpolizisten in Velbert verteilt worden. "Dann hat es nicht lange gedauert, bis er einer Streife über den Weg lief", sagte Baumert. Seine Festnahme sei "ein Volltreffer" gewesen: "Er hatte sein Handy dabei, auf dem ein Filmmitschnitt des Verbrechens gespeichert war."

Quelle: n-tv.de, jug/dpa

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