Panorama

Kinderpornos vom Campingplatz Polizei verhört weiteren Lügde-Verdächtigen

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Im Missbrauchsskandal von Lügde gibt es einen weiteren Tatverdächtigen.

(Foto: dpa)

Wegen des Missbrauchs von mindestens 31 Kindern in Lügde sitzen bereits drei Männer in Untersuchungshaft. Nun verhören die Ermittler einen Verdächtigen, der noch nicht einmal volljährig ist. Der NRW-Innenminister wähnt das Ausmaß des Falles "schlimmer als befürchtet".

Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz bei Detmold gibt es einen weiteren Tatverdächtigen. Ein Minderjähriger aus der Region soll kinderpornografisches Material besessen haben, das auf dem Campingplatz Lügde entstanden sei, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Vetter.

Der Jugendliche sei bereits vernommen worden, befinde sich aber wieder auf freiem Fuß. Die Ermittler seien durch die Auswertung sichergestellter Daten auf ihn gestoßen. Einem Bericht des Westdeutschen Rundfunks zufolge handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen 16-Jährigen. Unklar sei, ob sich der Heranwachsende in der Vergangenheit persönlich auf dem Campingplatz befunden habe.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul kündigte in einer Sondersitzung des Landtags-Innenausschusses an, auch ältere Verdachtsfälle des sexuellen Missbrauchs in Lügde - an der Grenze von Nordrhein-Westfalen zu Niedersachsen - neu aufrollen zu lassen. "Es sieht so aus, dass es noch schlimmer ist, als ich befürchtet habe." Die zuständige Ermittlungskommission sei auf 60 Beamte vergrößert worden.

Auf dem Campingplatz sollen über Jahre mindestens 31 Kinder im Alter zwischen 4 und 13 Jahren missbraucht und dabei gefilmt worden sein. Wie das Polizeipräsidium Bielefeld mitteilte, handelt es sich dabei um 27 Mädchen und 4 Jungen. Drei Verdächtige sitzen bereits in Untersuchungshaft. Der Fall ist mittlerweile auch zu einem Polizeiskandal geworden, weil sich herausstellte, dass Beweismittel verschwanden.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/AFP

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