Panorama

Elf Festnahmen in Deutschland Polizei zerschlägt Mafia-Clan

Fast 200 Festnahmen und Beschlagnahmungen im Wert von 50 Millionen Euro: In Italien und Deutschland geht die Polizei gegen eine Mafia-Gruppe aus Kalabrien vor. Mitglieder des Clans nutzen Deutschland für Geldwäsche und Investitionen.

Bei einem Großeinsatz der Polizei gegen die kalabrische Mafia hat es in Italien und Deutschland insgesamt mehr als 170 Festnahmen gegeben. In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen wurden am Dienstag elf mutmaßliche Mitglieder der Mafiaorganisation 'Ndrangheta festgenommen, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mitteilte. Die Tatverdächtigen im Alter von 36 bis 61 Jahren stehen im Verdacht, als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung schwere Straftaten, wie Erpressung und Geldwäsche begangen zu haben.

Die Verhaftungen seien "ein wichtiger Erfolg gegen die Unterwanderung unserer Wirtschaft", teilte Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit. "Wir lassen es nicht zu, dass kriminelle Organisationen wie die 'Ndrangheta Deutschland als Rückzugs- und Investitionsraum nutzen und hier ihr kriminelles Geschäft erledigen."

Die Festnahmen in Deutschland standen im Zusammenhang mit Ermittlungen der italienischen Strafverfolgungsbehörden, die Italien zu mehr als 160 Festnahmen in Kalabrien und sieben weiteren Regionen führten.  Nach Angaben der Zeitung "La Repubblica" wurden Güter im Wert von 50 Millionen Euro beschlagnahmt.

Die Festnahmen in Deutschland erfolgten demnach auf Grundlage von EU-Haftbefehlen, die mit weiteren Beschlüssen zur Durchsuchung und Vermögensbeschlagnahme erlassen wurden. Zuvor hatten die italienischen Ermittler Rechtshilfeersuchen an Deutschland gerichtet.

Einfluss auf ganze Handelszweige

Ziel der Antimafiaermittler ist es, die kriminellen Aktivitäten und die Strukturen des 'Ndrangheta-Clans Farao-Marincola aufzudecken. Der Mafiaclan aus der kalabrischen Gemeinde Cirò gilt dem BKA zufolge als übergeordnete Gruppierung mit großem Einfluss über die benachbarten Regionen hinaus.

Die einzelnen Strafvorwürfe reichen von versuchtem Mord, Erpressung, Geldwäsche und Verstößen gegen das Waffengesetz über internationale Autoschiebung, illegalen Handel und illegale Verschiebung von Müll bis hin zu unlauterem Wettbewerb.

Der Gruppierung sei es darüber hinaus gelungen, Einfluss auf bedeutende italienische Wirtschafts- und Handelszweige wie zum Beispiel die Herstellung und den Verkauf von Fisch, Wein und Backwaren zu nehmen und den Gewinn aus diesen Geschäften auch in Norditalien und Deutschland zu investieren.

Quelle: n-tv.de, shu/AFP

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