Panorama

"Nehmen Sie Kontakt auf!" Polizeichef appelliert an Waldläufer Rausch

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Zwei maskierte Polizisten schreiten das Waldgebiet bei Oppenau ab.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit fünf Tagen sucht die Polizei in und am Schwarzwald bei Oppenau erfolglos nach dem schwer bewaffneten Yves Rausch. Um den Großeinsatz zu beenden, macht der Offenburger Polizeipräsident dem 31-Jährigen ein Friedensangebot: "Sollte er noch über Kommunikationsmittel verfügen, soll er uns anrufen."

Der Offenburger Polizeipräsident Reinhard Renter hat Yves Rausch gebeten, Kontakt mit seinen Beamten aufzunehmen. "Sollte er noch über Kommunikationsmittel verfügen, soll er uns anrufen", sagte er bei einer Pressekonferenz. Die Kontaktaufnahme könne auch über Freunde und Familie geschehen: "Wir sind nicht auf Konfrontation aus."

Die Ermittler gehen nach wie vor davon aus, dass sich der 31-Jährige bei Oppenau im Schwarzwald versteckt. Da der Ort nicht abgeriegelt oder umstellt sei, könne Rausch problemlos zu Kontaktpersonen gelangen, sagte Polizeichef Renter. Er sprach in der Pressekonferenz auch den offensichtlich großen Freiheitsdrang Rauschs an, geht aber davon aus, dass sich die Polizeimaßnahmen "psychisch" auf ihn auswirken. "Ich hoffe, dass dieser Appell heute wirksam ist. Dann ist es nächste Woche vorbei."

Rausch war am Sonntag nach einer Polizeikontrolle in einer illegal von ihm genutzten Hütte in den Wald geflohen. Zuvor hatte er vier Beamte mit einer Waffe bedroht und ihnen die Dienstwaffen abgenommen. Auch nach fünftägiger Suche fehlt bisher jede Spur von dem vorbestraften Mann ohne festen Wohnsitz.

Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich sehr gut in dem unwegsamen Gelände auskennt. Deshalb setzen sie bei der Suche nun auch auf die Hilfe von Überlebensexperten, Polizeipsychologen und ortskundigen Förstern. Auch die Bevölkerung wird gebeten, bei der Suche zu helfen: Bisher sind mehr als 270 Hinweise zu seinem möglichen Aufenthaltsort eingegangen. Die Suche in Höhlen, alten Bunkern und verlassenen Gebäuden blieb bislang aber ohne Erfolg.

Quelle: ntv.de, chr/dpa