Panorama

Sexualisierte SprachePolizistinnen erheben schwere Vorwürfe gegen Kollegen

25.04.2026, 15:36 Uhr
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Polizisten und Polizistinnen bei einem Einsatz am Bismarckplatz in der Mönchengladbacher Innenstadt (Symbol-Foto). (Foto: picture alliance/dpa)

Männliche Führungskräfte einer Polizeidienstgruppe in Mönchengladbach sollen schwer übergriffig gegen Beamtinnen geworden sein. Die Vorwürfe liegen teilweise schon Jahre zurück, sind aber erst jetzt bekannt geworden. Noch ist vieles unklar.

Bei der Polizei Mönchengladbach wird wegen "schwerwiegender Vorwürfe" gegen drei Beamte mit Führungsaufgaben ermittelt. Es gehe um "Vorwürfe wegen grenzüberschreitenden Führungs- und Umgangsverhaltens, Mobbing, sexualisierter Sprache und Fehlverhaltens" gegenüber Polizeibeamtinnen und -beamten, teilte die Polizei mit. Einzelheiten nannte die Behörde nicht. Die drei wurden vorläufig vom Dienst suspendiert. Noch gegen weitere Beamte stehen laut Polizei Vorwürfe im Raum. Zuvor hatte die "Rheinische Post" darüber berichtet.

Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach leitete wegen eines "Anfangsverdachts für Straftaten" gegen mehrere Beschuldigte ein Ermittlungsverfahren ein. Die Ermittlungen habe die Polizei Aachen übernommen, sagte Behördensprecher Florian Scheffel. Um welche möglichen Straftatbestände es im Einzelnen geht, sagte er nicht. Bei den Beschuldigten handele es sich um Männer.

"Die Vorwürfe wiegen schwer und werden geprüft", erklärte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul. "Jetzt muss der Vorgang sorgfältig aufbereitet werden." Wer sich daneben benehme, müsse Konsequenzen spüren. Gleichzeitig dürfe es keine Vorverurteilung geben. "Für mich ist grundsätzlich aber klar: Ich erwarte von allen Polizeibeamtinnen und -beamten jederzeit ein tadelloses Verhalten." Polizei müsse ein Ort sein, an dem Respekt, Integrität und Vertrauen gelebt würden. "Dafür tragen alle Verantwortung - insbesondere Führungskräfte", so Reul.

Bei den dreien handelt es sich laut Polizei um Führungskräfte einer Dienstgruppe. Um den Dienstbetrieb aufrechtzuerhalten, seien die Dienstgruppen neu strukturiert worden. Auch disziplinarrechtliche Maßnahmen seien eingeleitet worden.

Vorwürfe gegen weitere Polizeibeamte

Die Vorwürfe sollen laut Polizei teilweise mehrere Jahre zurückliegen. Die Betroffenen seien zwischen 20 und 40 Jahren alt, sagte die Polizeisprecherin. Wie viele es genau sind, sagte sie nicht. Die Sprecherin bestätigte Informationen der Zeitung, wonach noch gegen weitere Polizeibeamte der 18-köpfigen Dienstgruppe Vorwürfe im Raum stünden. Diese Beamten seien aber nicht suspendiert worden. Wie viele Beamte dies seien, wurde nicht bekannt.

Die Vorwürfe gegen die drei Führungskräfte waren laut der Polizeimitteilung Mitte vergangener Woche, also etwa Mitte April, im Polizeipräsidium Mönchengladbach bekanntgeworden. Öffentlich wurden sie rund zehn Tage später.

"Gut, dass genau aufgeklärt wird"

"Das vorgeworfene Verhalten widerspricht in jeder Hinsicht den Werten der Polizei Nordrhein-Westfalen und wird im Polizeipräsidium Mönchengladbach nicht geduldet", hieß es. Polizeipräsident Stephan Zenker habe hierzu auch intern klar Stellung bezogen.

"Führungskräfte in der Polizei NRW müssen ganz besonders ihrer Vorbildrolle gerecht werden", sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Patrick Schlüter, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Vorwürfe stünden nicht im Einklang mit den Werten der Polizei NRW. "Deswegen ist es gut, dass genau aufgeklärt wird." Es gelte gleichzeitig die Unschuldsvermutung, betonte der Gewerkschafter.

Quelle: ntv.de, gut/dpa

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