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Reaktion auf Cyberangriff Potsdam nimmt Verwaltung komplett vom Netz

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Das Potsdamer Rathaus ist mutmaßlich zum zweiten Mal in knapp drei Jahren attackiert worden.

(Foto: IMAGO/Olaf Döring)

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Ummelden oder Personalausweise beantragen ist für Bürgerinnen und Bürger in Potsdam derzeit nicht möglich. Nach Hinweisen auf einen Cyberangriff hat die Stadt die Verwaltung komplett vom Internet abgekoppelt. Für wie lange, ist noch unklar.

Nach Hinweisen auf eine Cyberattacke hat die Landeshauptstadt Potsdam die Internetverbindung der Verwaltung abgeschaltet. "Wir haben uns entschieden, aus Sicherheitsgründen unsere Systeme offline zu stellen. Wir haben Hinweise auf eine Cyberattacke und arbeiten eng mit dem Land und Sicherheitsbehörden zusammen", teilte Oberbürgermeister Mike Schubert von der SPD mit.

Nach Angaben der Stadt ist die Verwaltung aktuell nicht per E-Mail erreichbar. Auch sämtliche Verfahrenssoftware könne nur eingeschränkt genutzt werden. Insbesondere Anträge von Personalausweisen und Reisepässen sowie An- und Ummeldungen seien derzeit nicht möglich. Die Telefone seien jedoch nicht betroffen. "Wir sehen uns gezwungen, Sie bei allen Anliegen, die die Bürgerserviceeinrichtungen betreffen, um Geduld zu bitten", teilte Schubert weiter mit. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" über den Cyberangriff berichtet. Ein Rathaussprecher sagte demnach, es gebe eine "digitale Bedrohungslage".

Der digitalpolitische Sprecher der FDP Brandenburg, Matti Karstedt, forderte von der Landesregierung intensivere Bemühungen zur Stärkung der IT-Sicherheit. "Wir dürfen nicht zulassen, dass Cyberattacken unsere Infrastruktur lahmlegen und die Arbeit der Behörden behindern", betonte Karstedt. "Die Landesregierung darf dem jüngsten Anstieg von Internetkriminalität und Cyber-Terrorismus nicht weiter tatenlos zusehen."

Die Potsdamer Stadtverwaltung war bereits Anfang 2020 Opfer einer Cyberattacke geworden. Verantwortlich dafür war demnach eine Schwachstelle im System eines externen Anbieters. Damals hatte die Stadt ihre Server für rund eine Woche abgeschaltet. Bis alle Dienstleistungen wieder verfügbar waren, dauerte es damals laut "Tagesspiegel" mehr als ein Jahr. Als Konsequenz sollte der IT-Bereich personell aufgestockt werden.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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