Frau getötet und zerstückeltProminenter Historiker muss ins Straflager

Die Tat ist grausam, die Strafe hart: Ein berühmter russischer Historiker muss für lange Zeit in ein Straflager. Der 64-jährige Oleg Sokolov war bereits vergangenes Jahr beim Versuch festgenommen worden, Leichenteile seiner getöteten Freundin im Fluss Moika zu versenken.
Weil er eine junge Studentin getötet und zerstückelt hat, ist ein 64 Jahre alter russischer Historiker in St. Petersburg zu einer sehr langen Haftstrafe verurteilt worden. Der auch international bekannte Napoleon-Experte Oleg Sokolow muss für zwölf Jahre und sechs Monate in ein Straflager, wie die Richter der staatlichen Agentur Tass zufolge urteilten. Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre Haft wegen Mordes und illegalen Waffenbesitzes gefordert.
Die Richter sahen es demnach als erwiesen an, dass der Professor die 24-jährige Frau, mit der er zusammenlebte, im November vorigen Jahres aus Eifersucht getötet hat. Der Mann feuerte der Untersuchung zufolge Schüsse auf die Studentin ab, würgte sie und zerstückelte ihre Leiche. Sokolow war im November 2019 im betrunkenen Zustand bei dem Versuch festgenommen worden, Leichenteile im Fluss Moika zu versenken.
Die Polizei holte den damals 63-Jährigen aus dem eiskalten Wasser und entdeckte in seinem Rucksack abgetrennte Frauenarme. In seiner Wohnung fanden die Beamten eine blutverschmierte Säge sowie die enthauptete Leiche seiner ehemaligen Studentin Anastasia Jeschtschenko. Mit der 24-Jährigen hatte Sokolow zusammengelebt und mehrere Bücher geschrieben.
In ein "Monster" verwandelt
Der Wissenschaftler der Staatlichen St. Petersburger Universität hatte die Tat gestanden. Seine Verteidiger erwägen eine Berufung gegen das Urteil. Der Fall hatte über Russland hinaus für Schlagzeilen gesorgt. Der Historiker Oleg Sokolow war immer wieder im Napoleonkostüm aufgetreten und hatte historische Schlachten nachgestellt.
Er begründete die Bluttat damit, dass die junge Frau sich in ein "Monster" verwandelt und ihn verrückt gemacht habe. Auch andere Frauen bezichtigten den Professor gewaltsamer Übergriffe. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess 15 Jahre Haft gefordert. Die Verteidiger plädierten dagegen für acht Jahre. Der Wissenschaftler erklärte, er wolle "bestraft werden" für das, was passiert sei.