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Tote und Verletzte in Russland Raketentriebwerk auf Militärbasis explodiert

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Auf dem Gelände, auf dem das Unglück geschah, werden Raketen für Atom-U-Boote getestet (Archivbild).

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der Test eines Raketentriebwerks auf einem russischen Militärgelände geht schief. Zwei Menschen sterben bei der Explosion, weitere werden verletzt. Das Verteidigungsministerium bestätigt, dass eine radioaktive Strahlung gemessen wurde.

Bei einer Explosion auf einem Militärgelände im Norden Russlands sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Sechs weitere seien bei dem Vorfall verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium der Agentur Interfax zufolge mit. In anderen Berichten war von mindestens 15 Verletzten die Rede. Bei den Verletzten soll es sich um Mitarbeiter des Militärs handeln.

Durch die Explosion eines Düsentriebwerks war nach Angaben des Verteidigungsministeriums ein Feuer ausgebrochen. Die Zeitung "Wedomosti" berichtete, es habe sich dabei um den Antrieb für eine Rakete gehandelt, die von der russischen Marine eingesetzt werde. Der Militärstützpunkt gilt als Testgelände unter anderem für ballistische Raketen, die bei Einsätzen mit Kriegsschiffen oder U-Booten genutzt werden.

Das Ministerium betonte, dass durch die Explosion keine Schadstoffe ausgetreten seien. "Die Strahlenwerte sind normal", hieß es in einer offiziellen Mitteilung. Die Stadtverwaltung maß jedoch kurzzeitig erhöhte radioaktive Strahlung. Die Messwerte hätten sich aber bereits am Mittag wieder normalisiert, hieß es.

Sewerodwinsk mit gut 180.000 Einwohnern liegt am Weißen Meer rund 1300 Kilometer nördlich von der russischen Hauptstadt Moskau entfernt. Alle staatlichen Einrichtungen der rund 30 Kilometer entfernten Stadt erhielten nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Interfax eine automatisch generierte Warnung. Die Mitarbeiter sollten nicht nach draußen gehen und die Fenster geschlossen halten, da die Werte der radioaktiven Strahlung erhöht seien. Der Verkehr von nicht-militärischen Schiffen in der nahegelegenen Bucht Dwina wurde nach Angaben der zuständigen Hafenbehörde bis zum 10. September verboten.

Immer wieder schwere Unfälle seit 2015

In Russland war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu schweren Unfällen und Bränden bei Arbeiten an Atom-U-Booten gekommen. Im Dezember 2015 stürzte in einem Dorf in der Nähe von Sewerodwinsk eine Rakete bei einem Testflug in ein Wohngebiet. Im selben Jahr brach in der Werft der Hafenstadt ein Feuer bei Schweißarbeitern auf einem russischen Atom-U-Boot aus. Umweltschützer warnten damals, dass der Brand ein "Alarmsignal" sei, und forderten eine Abkehr von der Atomkraft.

Erst am Montag war in einem Munitionslager in Sibirien ein Feuer ausgebrochen und hatte zu gewaltigen Explosionen geführt. Mindestens ein Mensch starb, acht weitere wurden verletzt. Tausende Anwohner mussten ihre Häuser verlassen.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa

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