Panorama

Nach Lawine in MittelitalienRetter finden weitere Überlebende

20.01.2017, 16:49 Uhr
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Rettungshubschrauber sind in der Unglücksregion im Einsatz. (Foto: AP)

Im italienischen Erdbebengebiet stoßen die Rettungskräfte zu mehreren Überlebenden vor. In dem von einer Lawine verschütteten Hotel entdecken sie unter anderen ein kleines Mädchen. Nur wenige Stunden später sind sie erneut erfolgreich.

In dem von einer Lawine verschütteten Hotel Rigopiano in den italienischen Abruzzen sind nach Angaben der Feuerwehr insgesamt zehn Überlebende gefunden worden. Eine Mutter und ihr Sohn seien bereits geborgen worden, sagte Feuerwehrsprecher Luca Cari. Zuvor hatte es über die Zahl der in den Trümmern entdeckten Überlebenden Verwirrung gegeben.

Rettungskräfte hätten unter Trümmern eine Gruppe von fünf Personen gesichtet, hatte die Nachrichtenagentur Ansa am Morgen zunächst gemeldet. Die Retter arbeiteten fieberhaft daran, hieß es, möglichst rasch zu den Überlebenden des Unglücks vorzudringen.

Bereits am Vormittag hatten die Einsatzkräfte mehrere Überlebende in den Trümmern des Hotels entdeckt. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden bis zum Mittag sechs Menschen geborgen. Zuvor war die Rede von bis zu acht Überlebenden.

Die ersten Überlebenden waren rund 40 Stunden lang in dem Vier-Sterne-Hotel eingeschlossen. Unter ihnen sei ein kleines Mädchen, sagte der Vizeminister für Inneres, Filippo Bubbico, im Radio der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Rai. Die Einsatzkräfte machten sie am Vormittag auf dem Dachboden des Hotels aus, das am Mittwoch von einer gewaltigen Lawine zerstört wurde.

Merkel bekundet Anteilnahme

Das Hotel Rigopiano liegt am Fuß des über 2900 Meter hohen Bergmassivs Gran Sasso. Nach offiziellen Angaben wurden dort zwei Leichen gefunden. Medien berichteten bereits von vier Todesopfern. Bis zu 34 Menschen sollen sich in dem Hotel aufgehalten haben.

Die gesamte Region wird seit August von Erdbeben erschüttert. In den vergangenen Tagen kam der Schnee hinzu, viele Menschen waren ohne Strom. Auf zahlreichen Straßen war kein Durchkommen. Zum Wochenende soll sich das Wetter wieder etwas bessern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte in einem Kondolenzschreiben an den italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni ihre Anteilnahme aus. In dem Hotel habe sich "eine Tragödie abgespielt", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. In dem Schreiben an Gentiloni habe Merkel "die Anteilnahme" ihrer Landsleute und ihr "ganz persönliches Mitgefühl" übermittelt.

Quelle: shu/dpa/AFP/chr

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