Panorama

Großeinsatz nach Erdbeben in Italien Rettungskräfte bergen mehr als 150 Tote

b52bae42f2777320c5f235b727402e7b.jpg

Die Bergungskräfte setzten ihre Arbeit in den zerstörten Dörfern auch in der Nacht fort.

(Foto: dpa)

Auch in der ersten Nacht nach dem schweren Erdbeben in Italien sind die Bergungskräfte ununterbrochen im Einsatz, um Überlebende aus den Trümmern zu retten. Die Regierung plant bereits den Wiederaufbau, während die Zahl der Toten immer weiter steigt.

Nach dem verheerenden Erdbeben in Mittelitalien haben die Bergungskräfte auch in der Nacht zum Donnerstag ihre fieberhafte Suche nach Überlebenden fortgesetzt. Bis Mittwochabend seien 159 Menschen tot aus den Trümmern geborgen worden, sagte der Chef der italienischen Zivilschutzbehörde, Fabrizio Curcio, im Sender RAI. Viele Menschen würden aber noch vermisst, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Eine Schätzung zur Zahl der Vermissten wollten die Behörden aber nicht abgeben.

Die Einsatzkräfte suchten in der Dunkelheit mit Hilfe von Spürhunden und Taschenlampen weiter nach Lebenszeichen. In dem besonders stark zerstörten Urlaubsort Amatrice konzentrierten sich die Rettungsarbeiten auf das eingestürzte Hotel Roma, wo zum Zeitpunkt des Bebens mindestens 30 Menschen nächtigten. "Einige konnten sich retten, zwei konnten lebend geborgen werden, zwei weitere nur tot", sagte Zivilschutzchef Curcio.

Mitarbeiter des Zivilschutzes, Feuerwehrleute, Bergungsspezialisten und Freiwillige waren die ganze Nacht über im Einsatz. Helfer richteten im Katastrophengebiet 2500 Schlafplätze in Zelten ein, viele beschädigte Häuser gelten als unsicher. Bewohner mussten die Nacht in den Zelten verbringen; in der Bergregion herrschten kühle Temperaturen. Die Polizei schickte Streifen los, um Plünderer davon abzuhalten, die beschädigten Häuser auszurauben.

Regierung plant raschen Wiederaufbau

"Wir werden in der Nacht nicht nachlassen", sagte Curcio. "Heute ist die Zeit für Tränen und Gefühle", sagte Regierungschef Matteo Renzi beim Besuch der Erdbebenregion. 368 Verletzte seien seit dem Morgen aus der Gegend von Amatrice und Accumoli weggebracht worden, erklärte er. Am Donnerstag war ein Treffen des Ministerrats in Rom geplant, um das weitere Vorgehen zu beraten. In der Region soll der Notstand ausgerufen sowie der Wiederaufbau in Angriff genommen werden.

Das Hauptbeben der Stärke 6,2 hatte sich in der Nacht zum Mittwoch in den Regionen Latium, Umbrien und den Marken ereignet. Seither gab es nach Angaben des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie etwa 250 Nachbeben. Teilweise seien sie so stark gewesen, dass in den betroffenen Gebieten erneut Gebäude gewankt hätten.

Es handelt sich um die schwersten Erdstöße seit Jahrzehnten in dem Stiefelstaat. Sieben Jahre nach dem schweren Erdbeben in dem 30 Kilometer Luftlinie entfernten L'Aquila wurden in der Berg-Region ganze Dörfer zerstört. Auch im etwa 100 Kilometer Luftlinie entfernten Rom wackelte der Boden.

Die von der Katastrophe betroffene Bergregion ist bei Urlaubern beliebt. Vor allem in das malerische Dorf Amatrice, das bei dem Erdbeben zu großen Teilen zerstört wurde, strömen im Sommer viele Bewohner der 150 Kilometer entfernten Hauptstadt Rom, um im August der Hitze in ihrer Stadt zu entfliehen.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/AFP

Mehr zum Thema