Panorama

Nach dutzenden TodesfällenRussische Polizei bekämpft Extrem-Selfies

07.07.2015, 16:43 Uhr
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Politisches Extrem-Selfie: Ein junger Mann lichtet sich mit einer ukrainischen Flagge auf der Spitze eines Moskauer Hochhauses ab. (Foto: REUTERS)

Suizid-Posen, Handgranaten, waghalsige Kletteraktionen: In Russland kommt es zu vielen Unfällen, weil Jugendliche spektakuläre Fotos von sich selbst machen. Die Polizei startet eine Kampagne gegen den gefährlichen Trend - mit den Vokabeln der Jugend.

Nach dutzenden tödlichen Unfällen und vielen Verletzten hat die Polizei in Russland eine Kampagne für sichere Handy-Selbstporträts gestartet. "Ein cooles Selfie kann dich das Leben kosten", schreibt das Innenministerium in einer neuen Broschüre. Im Mai hatte sich eine 21-Jährige in Moskau versehentlich in den Kopf geschossen, als sie sich selbst mit einer Pistole in der Hand fotografierte. Sie überlebte den Unfall.

Im Januar hatten sich zwei junge Männer im Ural in die Luft gesprengt, als sie für ein Selfie mit einer entsicherten Handgranate posierten. Ihr Handy überstand die Explosion und legte Zeugnis von dem Unglück ab. Im Mai starb ein Jugendlicher in der Region Rjasan, der für ein Selfie auf eine Eisenbahnbrücke geklettert war und dort ein Stromkabel berührte.

Seit Jahresbeginn habe es rund hundert Fälle gegeben, bei denen sich Menschen bei Selbstporträts verletzt hätten, sagte Jelena Alexejewa vom Innenministerium in Moskau. Zudem habe es bereits dutzende Todesfälle gegeben. Bevor jemand auf der Jagd nach möglichst vielen "Likes" im Internet ein Selfie mache, solle er sich über die Konsequenzen im klaren sein, sagte Alexejewa: "Sein letztes extremes Foto könnte sich als ein posthum veröffentlichtes erweisen."

Quelle: ntv.de, dka/AFP

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