Panorama
(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 08. März 2018

Herzinfarkt in der Wildnis: Sanitäter rettet sich selbst - per Videochat

Weil sein Herz verrücktspielt und ärztliche Hilfe 150 Kilometer entfernt ist, tut ein Sanitäter, was zu tun ist - und rettet sich damit selbst das Leben. Mediziner zeigen sich beeindruckt, raten ungeschulten Patienten aber von der Nachahmung ab.

Ein Sanitäter hat in der australischen Wildnis weitab vom nächsten Krankenhaus einen Herzinfarkt erlitten - und durch eine beherzte Eigenbehandlung sein Leben gerettet. Der 44-jährige war ganz allein als Mitarbeiter eines ärztlichen Versorgungspostens im Dorf Coral Bay im Einsatz, als sein Herz plötzlich verrücktspielte, wie das Fachblatt "New England Journal of Medicine" in seiner Ausgabe berichtete. Das nächste Krankenhaus war 150 Kilometer entfernt.

Der Sanitäter habe sich dann selbst an ein EKG-Gerät angeschlossen und diagnostiziert, dass er einen Herzinfarkt erlitten hatte. Daraufhin suchte er per Video-Leitung Rat bei einem Telemediziner, der ihn dann Schritt für Schritt durch die Eigenbehandlung begleitete.

Der Sanitäter habe sich in beide Arme einen Medikamentencocktail zur Blutverdünnung und gegen Blutgerinnsel injiziert. Schließlich habe er sich selbst an einen Defibrillator angeschlossen und dann noch Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen genommen. Die Behandlung hatte Erfolg.

Mediziner zeigten sich beeindruckt von der Leistung des Sanitäters, rieten ungeschulten Patienten aber von der Nachahmung ab. "Es ist ziemlich genial, dass er das alles geschafft hat", sagte der Notfallmediziner Brandon Godbout vom Lenox-Hill-Krankenhaus in New York dem Fachmagazin. Es handle sich allerdings um einen besonderen Fall: "Er scheint große Erfahrung mit Notfalleinsätzen zu haben."

Quelle: n-tv.de