Panorama

Mehr als 220 Infizierte Schon sieben Corona-Tote in Italien

Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen in Italien steigt weiter an. Mittlerweile sind es mehr als 220 Fälle. Zudem gibt es das siebte Todesopfer.

In Italien ist ein siebter Patient an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Der 62-jährige Mann stamme aus dem lombardischen Ort Castiglione d'Adda südlich von Mailand, teilten die Behörden mit. Italienischen Medienberichten zufolge litt er schon vor seiner Ansteckung mit dem Coronavirus an mehreren chronischen Krankheiten und war auf Dialyse angewiesen. Die Zahl der Infizierten liegt nach Angaben des Zivilschutzes bei 229.

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf italienische Medien berichtet, dass ein 80-jährigen Mann, der in der vergangenen Woche nach einem Herzinfarkt in ein Krankenhaus in der Stadt Lodi eingeliefert worden sei, das siebte Coronavirus-Opfer in Italien war. Die italienisch Behörden rechnen diesen Fall wohl nicht zu den Opfern des Coronavirus. Der italienische Zivilschutzchef Angelo Borrelli warnte vor Panikmache - auch im Ausland. "Unser Land ist sicher und man kann beruhigt hierherkommen." Alle Toten in Italien waren ältere Menschen, teils auch mit Vorerkrankungen. 23 Menschen seien auf der Intensivstation.

Italien ist binnen kurzer Zeit zum größten Infektionsherd des neuartigen Virus in Europa geworden. Die meisten Infektionen wurden in der norditalienischen Region Lombardei gemeldet, von dort stammen auch sechs der sieben Todesopfer. Außerdem sind Venetien, das Piemont, die Emilia-Romagna sowie Trentino-Südtirol und Friaul-Julisch Venetien betroffen. Bei allen Todesopfern handelte es sich um ältere Menschen, die teilweise bereits unter Vorerkrankungen litten.

Seit dem ersten Todesfall am Freitag ergriffen die Behörden und die Regierung in Rom drastische Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus in den Griff zu bekommen. Elf Ortschaften, zehn in der Lombardei und eine in Venetien, wurden abgeriegelt. Der Karneval in Venedig wurde abgebrochen sowie Spiele der ersten Fußball-Liga und andere Großveranstaltungen abgesagt.

Gesundheitsminister beruft Krisentreffen ein

Wegen des Virus wurde unterdessen ein Flugzeug der Airline Alitalia auf Mauritius festgehalten. Nach Angaben des italienischen Außenministeriums durften Dutzende Passagiere aus der Lombardei und Venetien nicht aussteigen. Es stehe in Kontakt mit der italienischen Botschaft in Südafrika sowie Alitalia, um den Betroffenen zu helfen. Die Maschine war laut der Fluggesellschaft am Sonntag in Rom gestartet.

Auch nach der Ausbreitung des Coronavirus im Norden Italiens plant die Bundesregierung derzeit keine Grenzschließungen. Entsprechende Überlegungen gebe es im Bundesinnenministerium nicht, sagte ein Ressortsprecher in Berlin. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte, in Deutschland sei es bisher gelungen, Menschen, die mit dem Covid-19-Virus infiziert seien, zu isolieren und zu behandeln. Für eine anhaltende Viruszirkulation in Deutschland gebe es derzeit keine Anhaltspunkte, sagte der Sprecher unter Berufung auf das Robert-Koch-Institut. Die Lageeinschätzung könne sich aber ändern.

Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza berief für Dienstagnachmittag ein Krisentreffen mit seinen Kollegen aus den Nachbarländern ein. Auch CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte seine Teilnahme zu.

Quelle: ntv.de, kst/dpa/AFP/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen