Panorama

Mehr als 70 Jahre ausgeliehen Schottin schickt Buch zurück in Bibliothek

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Die Tochter des ursprünglichen Ausleihers legte noch einen Brief an die Bibliothek bei.

(Foto: picture alliance/dpa/PA Media)

Eine Schottin schickt einer Bibliothek ein Buch zurück. Ihr Vater hatte es einige Jahre nach dem 2. Weltkrieg ausgeliehen, aber nie zurückgebracht. Da er dies aber bis zum 6. November 1948 hätte tun sollen, haben sich beträchtliche Mahngebühren angestaut - theoretisch.

Nach mehr als 70 Jahren Ausleihe hat ein Buch den Weg in seine ursprüngliche Heimatbibliothek gefunden. Eine Bücherei im schottischen Ort Dunfermline bekam den Abenteurer-Roman "Stately Timber" des Autors Rupert Hughes vergangene Woche in einem Päckchen zugeschickt, wie eine britische Nachrichtenagentur meldete. Eigentlich hätte das Buch schon am 6. November 1948 zurückgegeben werden sollen.

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Zumindest vor der letzten Ausleihe hatte das Buch eine rege Verleihgeschichte.

(Foto: picture alliance/dpa/PA Media)

Die Tochter des ursprünglichen Ausleihers, die den Roman zurückgeschickt hatte, schrieb in einem beigelegten Brief, sie sei fasziniert, wann und wie oft das Buch ausgeliehen worden sei. Der Zweite Weltkrieg sei zwischen zwei Stempeln der Bücherei zu Ende gegangen. "Zwischen monumentalen historischen Ereignissen geht das Leben einfach weiter", schrieb sie.

Den Brief begann sie jedoch mit den Worten "Liebe Dunfermline-Bibliothek, es wird 73 Jahre an Mahngebühren zu zahlen geben, da mein verstorbener Vater es 1948 nicht schaffte, das Buch zurückzubringen."

Dieser vermutlich augenzwinkernd gemeinte Briefbeginn ist theoretisch auch gar nicht so fern von der Realität. Im Bucheinband ist eine mittlerweile historisch gewordene Warnung untergebracht: "Dieses Buch darf 14 Tage behalten werden. Die Bibliothek ist berechtigt, Gebühren von Lesenden zu erheben, die Bücher verlieren, beschädigen oder länger als erlaubt behalten."

Mahngebühren von 2847 Pfund

Zahlen müssen wird die Tochter des Ausleihers die Gebühren aber natürlich nicht. "Aus Spaß haben wir ausgerechnet, wie hoch die Mahngebühren wären und wir sind bei erstaunlichen 2847 Pfund gelandet", sagte die Bibliotheks-Assistentin Donna Dewar. Das sind umgerechnet mehr als 3380 Euro. Die Bücherei hatte während der Pandemie alle ausstehenden Gebühren erlassen, um Menschen zu ermutigen, ihre überfälligen Bücher zurückzubringen. Dass so eine Einsendung dabei ist, hatte vermutlich niemand erwartet.

Großbritannien hält sogar den Rekord des am längsten überfälligen Buches der Welt: Ein Buch aus der Universitätsbibliothek in Cambridge wurde dem Guinness-Buch der Rekorde zufolge im Jahr 1668 ausgeliehen und 288 Jahre später zurückgegeben.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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