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Schweizer Bio-Lehrer fliegt Schülerin musste über ihren Busen schreiben

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Die 13-Jährige vertraute sich ihrem Tagebuch an. (Symbolbild)

(Foto: imago images / Westend61)

Das Aufsatzthema hat Sprengkraft: Eine 13-jährige Schweizerin bekommt vom Bio-Lehrer den Auftrag, ihren Busen zu beschreiben. Das Mädchen schämt sich, die Eltern sorgen für die Entlassung des Pädagogen. Der sieht "ein Missverständnis". Schließlich habe er das Thema schon öfter vergeben.

Die Eltern sind empört, die Schülerin peinlich berührt, der Lehrer findet es normal: In der Schweiz hat eine 13-Jährige im Biologie-Unterricht einen Aufsatz über ihre Brüste schreiben müssen. Einem Bericht der Schweizer Boulevardzeitung "Blick" zufolge klagt der Pädagoge inzwischen vor dem Verwaltungsgericht gegen seine unfreiwillige Frühpensionierung. Der Aufsatz in der dritten Sekundarstufe sei Teil des Genetik-Unterrichts gewesen und "völlig normal", argumentierte er laut "Blick".

Allerdings ist nicht nur das Aufsatzthema, sondern auch die Umstände seiner Entdeckung bemerkenswert. Das Mädchen aus Bellizona, Kantonshauptstadt des Tessin, vertraute sich nämlich nicht den Eltern an, sondern seinem Tagebuch. Dort lasen die Eltern dann von den Nöten ihrer Tochter nach der "Biologie-Busenstunde". Sie sei verstört gewesen, schämte sich und litt unter der Peinlichkeit. Die Eltern fassten den Vorfall als "sexuellen Übergriff" auf und zeigten den Bio-Lehrer beim Tessiner Bildungsdepartement an. Das wiederum versetzte den Pädagogen sogleich in den vorgezogenen Ruhestand.

Der Anwalt des Lehrers teilte laut der Zeitung die Fassungslosigkeit seines Mandanten. Der verteidigte sich damit, dass er schon früher Klassen dieselbe Aufgabe gestellt habe. Der Rauswurf sei "überzogen" und "ein Missverständnis". Schließlich habe die Kantonsregierung den Lehrer erst wenige Monate zuvor für 35 Dienstjahre beglückwünscht.

Quelle: n-tv.de, mau

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