Panorama

Corona-Alarm im Vatikan Schweizergarden gefährden den Papst

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Bei der Rekrutenvereidigung seiner Schweizergardisten am 4. Oktober tragen weder der Papst noch die Wachleute eine Maske.

(Foto: imago images/Independent Photo Agency Int.)

Eigentlich sollen die Schweizergarden den Papst beschützen: Doch jetzt könnten sie für Franziskus zu einer Gefahr werden. Nach mehreren Corona-Erkrankungen bei Wachleuten gilt im Kirchenstaat ab sofort die Maskenpflicht.

Im Vatikan herrscht Corona-Alarm: Vier Mitglieder der päpstlichen Schweizergarde sind positiv auf das Coronavirus getestet worden und haben Symptome. Dies bestätigte Vatikansprecher Matteo Bruni. Die bunt uniformierten Wachen schützen Papst Franziskus und seine Residenz. Außerdem habe es "in den letzten Wochen" drei andere Corona-Fälle in dem kleinen Kirchenstaat gegeben. Die vier infizierten Wachleute seien isoliert worden, schrieb der Sprecher. Weitere Überprüfungen von Kontaktpersonen liefen, nachdem die Fälle am Wochenende aufgefallen seien.

Wie die Nachrichtenagentur Ansa zuvor unter Berufung auf den Schweizer Sender SRF berichtet hatte, wurden die Anti-Corona-Vorkehrungen im Vatikan in einer Anweisung verschärft. Die Quartiere würden strenger als bisher abgeschottet. Bruni teilte mit, dass "alle Wachen, ob im Dienst oder nicht", inzwischen drinnen und draußen Schutzmasken tragen müssten.

Die katholische Medienplattform "Vatican News" hatte Anfang Oktober berichtet, dass die Gardisten wegen Corona zur "Vorsicht im Umgang mit dem Papst" aufgefordert seien. Mundschutz und Abstand seien geboten. Allerdings erzählte ein junger Mann, der zu seiner Rekrutenvereidigung am 4. Oktober interviewt wurde, dass der 83-jährige Franziskus ihm auch schon die Hand gedrückt habe.

Regierung in Rom plant weitere Verschärfungen

*Datenschutz

Im Vatikan, wo weniger als 1000 Menschen leben, hatte es bei Kirchenmännern und Mitarbeitern in den vergangenen Monaten mehrfach Fälle von Sars-CoV-2-Infektionen gegeben. Die Schweizergarde ist jedoch sehr nah am Oberhaupt der katholischen Kirche dran. Im Vatikan war, wie in Italien, kürzlich eine Maskenpflicht auch im Freien eingeführt worden. In Italien mit seinen 60 Millionen Einwohnern ist die Sorge wegen einer neuen Covid-19-Welle gestiegen, nachdem mehrere Tage in Folge über 5000 Neuinfektionen gezählt worden waren.

In Rom beraten Politik und Experten fast täglich in Krisenrunden über neue Schritte, um die weitere Verbreitung des Virus zu stoppen. Jetzt plant die Regierung in Rom, private Feiern noch weiter einzuschränken. Auch Menschentrauben, die abends vielerorts vor Bars und Restaurants zu sehen sind, könnten verboten werden. Zudem drohen nach Medienberichten Einschränkungen für den Amateursport in Gruppen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa