Panorama

Rekord-Betrug in Hongkong Seniorin per Telefon um Millionen gebracht

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Mehr als 60 Millionen Euro erbeuteten Telefonbetrüger von Hongkongern im vergangenen Jahr.

(Foto: picture alliance / Fotostand)

Telefonbetrüger bringen vor allem arglose Senioren immer wieder um ihr Erspartes. Während es in Deutschland meist um Geld im fünf- bis sechsstelligen Bereich geht, scheinen Kriminelle in China im ganz großen Stil Kasse zu machen: Eine 90-Jährige wurde um Geld in zweistelliger Millionenhöhe gebracht.

In Hongkong ist eine wohlhabende 90-Jährige am Telefon um umgerechnet 26,6 Millionen Euro betrogen worden. Die Betrüger hätten sich als chinesische Beamte ausgegeben und die alte Dame zu insgesamt elf Überweisungen binnen fünf Monaten überredet, teilte die Hongkonger Polizei mit. Die Masche ist nicht neu, aber zuletzt gerieten vermehrt ältere Hongkonger ins Visier von Telefonbetrügern.

Vermeintliche chinesische Sicherheitsbeamte hätten die Frau bereits vergangenen Sommer kontaktiert, berichtete die Zeitung "South China Morning Post". Sie sagten der Bewohnerin einer Villa in einem Hongkonger Nobelviertel demnach, dass ihre Identität in einem schweren Kriminalfall in China verwendet worden sei. Nun müsse ihr Geld auf einem von ihnen genannten Bankkonto in Sicherheit gebracht werden.

Der Betrug fiel erst auf, als eine Hausangestellte der älteren Dame Verdacht schöpfte und ihre Tochter kontaktierte. Nach einer Untersuchung wurde ein 19-Jähriger wegen Betrugs festgenommen und auf Kaution freigelassen. Er soll der Seniorin dem Bericht zufolge ein Telefon nach Hause gebracht haben, mit dem die 90-Jährige dann mit den Betrügern kommuniziert haben soll.

Betrüger erbeuteten 2021 bereits rund 37 Millionen Euro

Erst vor wenigen Tagen hatte ein Fall von Telefonbetrug in Millionenhöhe in China bereits für Schlagzeilen gesorgt: Eine 65-jährige Hongkongerin wurde im vergangenen Oktober um 68,9 Millionen Hongkong-Dollar (etwa 7,5 Millionen Euro) betrogen. Auch hier gaben sich die Telefonbetrüger als Beamte aus und beschuldigten die Frau, an Geldwäscheaktivitäten auf dem chinesischen Festland beteiligt gewesen zu sein. "Sie wurde angewiesen, alle ihre Ersparnisse sofort auf eines ihrer Bankkonten zu überweisen, und wurde dann dazu verleitet, das Passwort und die Details des Kontos preiszugeben", sagte ein Ermittler der "South China Morning Post". Die Polizei konnte drei Männer im Zusammenhang mit diesem Fall festnehmen.

Immer wieder werden wohlhabende Bewohner der chinesischen Sonderverwaltungszone Opfer von Telefonbetrügern. Nach Angaben der Hongkonger Polizei gab es allein im vergangenen Jahr 1193 Fälle, bei denen umgerechnet insgesamt 61,5 Millionen Euro erbeutet wurden. Die Zahl der Fälle stieg im ersten Quartal 2021 um 18 Prozent auf 200 gegenüber 169 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Den neuen Fall mit eingerechnet - der bislang höchste Fall von Telefonbetrug in der Geschichte Hongkongs - hätten Telefonbetrüger dem Bericht zufolge in diesem Jahr schon mehr als 37 Millionen Euro erbeutet.

Quelle: ntv.de, joh/AFP

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