Panorama

Katastrophe bei Instagram Serienautor erschüttert von #Chernobyl

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Pripjat ist heute eine Geisterstadt.

(Foto: AP)

Durch eine Fernsehserie wird der atomare Unfall im ukrainischen Tschernobyl plötzlich wieder aktuell. Viele zieht es an den Ort des Geschehens. Allerdings verhalten sich manche so, dass der Autor der Serie sich zu einem Statement genötigt fühlt.

Die HBO-Serie "Chernobyl" über den Atomunfall in dem ukrainischen Kraftwerk hat offenbar zu einem Tourismusboom in der Unglücksregion geführt. Seit die fünfteilige Serie im Mai ausgestrahlt wurde, kommen 30 bis 40 Prozent mehr Gäste, berichtet der britische "Guardian".

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Das Gebaren vieler Besucher rief Drehbuchautor Craig Mazin auf den Plan. "Es ist wunderbar, dass #ChernobylHBO" eine Tourismuswelle für die verbotene Zone ausgelöst hat", twitterte er. Aber er habe die Fotos gesehen und wünschte, die Touristen würden bedenken, welche Katastrophe sich an diesem Ort ereignet hat. "Begegnet allen, die gelitten und sich geopfert haben, mit Respekt."

Mazon spielte auf ein bei Instagram veröffentlichtes Foto an, das inzwischen entfernt wurde. Darauf trug eine Frau einen Schutzanzug und darunter lediglich einen Slip. Die Stadt Pripjat, in der zunächst die Erbauer und später die Arbeiter des Atomkraftwerkes mit ihren Familien lebten, ist schon seit Jahren für Touristen zugänglich. 36 Stunden nach dem Atomunfall war die gesamte Stadt evakuiert worden.

Posen inmitten des Grauens

Nach der Ausstrahlung der Miniserie zog es vor allem Influencer dorthin, die häufig Fotos posteten, die von vielen als respektlos und provokant empfunden wurden. Unter dem #Chernobyl finden sich bei Instagram unter anderem Fotos von Menschen, die vor den Ruinen posieren.

Infolge des Reaktorunglücks von Tschernobyl waren Tausende Menschen ums Leben gekommen, nachdem am 26. April 1986 in dem AKW ein Sicherheitstest fehlgeschlagen war. Mehrere Unternehmen bieten Touren nach Pripjat und in die Umgebung des zerstörten Atomkraftwerks Tschernobyl an. Für die Reise seien lediglich feste Schuhe und den ganzen Körper bedeckende Kleidung erforderlich. Die mehrfache Messung der Radioaktivität ist im Preis enthalten.

Quelle: n-tv.de, sba

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