Panorama

"Überaus verachtenswert"Sex mit Schüler - Lehrerin muss in Haft

05.03.2021, 14:55 Uhr
Die-Statue-Justitia-ist-in-einem-Amtsgericht-zu-sehen
Die Lehrerin war bereits im Januar verurteilt worden, weil sie Sex mit einem Schüler hatte. (Foto: Peter Steffen/dpa/Archivbild)

In Großbritannien muss eine Lehrerin hinter Gitter, weil sie einen Schüler sexuell missbraucht hat. Die Richterin nennt ihre Handlungen "überaus verachtenswert". Es war nicht das erste Mal, das die 35-Jährige in dieser Weise auffiel.

Weil sie Sex mit einem 15 Jahre alten Schüler hatte, muss eine verheiratete Lehrerin in England für sechs Jahre und zwei Monate in Haft. "Ich habe keinen Zweifel, dass Sie einen groben Vertrauensbruch begangen haben", sagte Richterin Bal Dhiwal in der Stadt Aylesbury nordwestlich von London. "Sie haben ein Kind in Ihrer Obhut ausgenutzt und es für Ihre eigene sexuelle Befriedigung herangezogen." Die Lehrerin habe dem Teenager zudem gedroht, ihn fertigzumachen, wenn er die Beziehung öffentlich mache. Außerdem sagte sie ihm, von ihm schwanger gewesen zu sein und eine Fehlgeburt erlitten zu haben.

Die 35-Jährige war Vertrauenslehrerin. Sie hatte den Jugendlichen am Rande eines Sportturniers im September 2018 angesprochen, danach schickte sie ihm anzügliche Textnachrichten sowie Nacktfotos und ein intimes Video. Schließlich hatte sie Sex mit dem Jungen. Ihre Handlungen seien "überaus verachtenswert" gewesen, so die Richterin.

Die heute 35-Jährige war bereits im Januar verurteilt worden, ein Kind zu sexuellen Aktivitäten verleitet zu haben. Nun folgte das Strafmaß. Zusätzlich zur Haftstrafe darf sie lebenslang nicht mit Kindern und schutzbedürftigen Erwachsenen arbeiten und wird zudem auf einer Sexualstraftäterliste geführt.

Nur wenige Fälle bekannt

Dass solche Fälle bekannt werden, ist selten, etwa in den USA hatte eine damals 34 Jahre alte Lehrerin Sex mit ihrem 12-jährigen Schüler. Die Frau wurde 1996 zu sieben Jahren Haft verurteilt - nach ihrer Freilassung begann sie mit dem Jungen eine Beziehung, das Paar bekam zwei Kinder.

Wie oft es in Deutschland zu Beziehungen zwischen Lehrerinnen und Schülern oder Lehrern und Schülerinnen kommt, sei schwer zu erfassen, sagt Ilka Hoffmann, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). "Dafür muss es ruchbar sein, es muss einen Kläger geben und eine Anzeige beim Bildungsministerium", sagt sie.

2016 etwa wurde ein Lehrer in Dresden zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, weil er mehrmals mit einer minderjährigen Schülerin Sex gehabt hatte. Mit einer Geldstrafe kam 2013 ein ehemaliger Lehrer davon, der einer Jugendlichen bei einem Ausflug in einem Whirlpool zwischen die Beine gegriffen hatte.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

Sexueller MissbrauchGroßbritannien