Panorama

"Wie ein Haufen Kacke"Skulptur eines Schweizers polarisiert Moskau

02.09.2021, 09:50 Uhr
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Kurzer Rorschachtest zwischendurch: Was assoziieren Sie mit dieser Skulptur? (Foto: picture alliance/dpa)

Die einen sagen "Schönheit liegt im Auge des Betrachters". Die anderen nennen die Skulptur einen "Haufen nicht besonders akkurater Kacke". Mit seinem Kunstwerk erhitzt der Schweizer Künstler Urs Fischer die Gemüter. Die Diskussion in Moskau um "Big Clay #4" ist entbrannt.

Eine Skulptur des bekannten Schweizer Künstlers Urs Fischer hat in Russlands Hauptstadt Moskau einige Diskussionen ausgelöst. "Big Clay #4" ("Großer Lehm #4") heißt das zwölf Meter hohe Werk aus Aluminium und Stahl - und soll, wie der Name schon sagt, einen Haufen aus Lehmklumpen darstellen. Es sei ein Symbol für Unvollkommenheit und Transformation, erklärte die russische Stiftung für zeitgenössische Kunst V-A-C. Das Problem: Viele Moskauer erinnert der Brocken eher an einen gigantischen Kackhaufen.

"Big Clay" sehe aus wie "ein Haufen nicht besonders akkurater Kacke", spottete der Komiker Maxim Galkin, kurz nachdem die Skulptur an der Bolotnaja Nabereschnaja am Ufer der Moskwa aufgestellt worden war. Er hoffe, dass sie bald wieder aus dem Stadtzentrum verschwinde. Der Architekturkritiker Grigori Rewsin schrieb unlängst etwas versöhnlicher: "Schönheit liegt im Auge des Betrachters, und das gilt auch für Scheiße." Auch die Reaktionen in den sozialen Netzwerken reichen von Zustimmung über Belustigung bis hin zu Ablehnung.

Der Streit um den Riesen-Klumpen ist auch zwei Wochen nach seiner Installation nicht abgerissen - ebenso wenig wie das Interesse vieler Moskauer. An einem sonnigen Spätsommertag posieren dort immer wieder Menschen für Fotos und Selfies. Und mehrere Beiträge in den sozialen Netzwerken zeigen: Man kann es sich auch im Schatten des Haufens gemütlich machen.

Auch Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin schaltete sich kürzlich in die Diskussion ein - wenn auch sehr diplomatisch: Der Metall-Haufen sei ein kreatives Kunstwerk und weltweit gefragt, erklärte er. In neun Monaten solle das Werk, das zuvor bereits in Florenz und Manhattan ausgestellt war, in ein anderes Land weiterreisen.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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