Panorama

Mit Strom gegen die Stoppeln So kam der Elektrorasierer in die Welt

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Mit Rasierklinge wäre das kaum möglich: Rasur während der Fahrt. (Bild von 1958)

(Foto: picture alliance / Photoshot)

Nass oder trocken? Diese Frage, die sich Männer - und auch Frauen - bis heute stellen, haben wir einem historischen Durchbruch vor 90 Jahren zu verdanken. Angetrieben wurde die Erfindung des Elektrorasierers auch durch die eisige Kälte in Alaska.

Es gibt diese Fragen, die manchmal Rettung für stockende Konversationen bringen. Berge oder Meer? Hund oder Katze? Dazu hat ja eigentlich jeder eine Meinung. Vor genau 90 Jahren legte ein gewisser Jacob Schick den Grundstein für eine weitere: Trocken oder nass? Heißt in diesem Fall: Elektrorasierer oder nicht? Am 18. März 1931 verhalf Schick dem strombetriebenen Bartschneider zum Durchbruch. Vorangegangen waren Jahre der Tüftelei.

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Werbung für einen Schick-Rasierer für Frauen von 1947, ohne Strom.

(Foto: picture alliance / Mary Evans Picture Library)

Wild sprießendes Gesichtshaar hat die Menschen offenbar schon vor Tausenden von Jahren gestört, denn unsere Vorfahren benutzten Überlieferungen zufolge Muscheln und scharfkantige Steine, um sich ihres Bartes zu entledigen. Schließlich wurden Kupfer-Rasierklingen erfunden und die Bartlosigkeit fand eine ihrer ersten Fashion-Ikonen in Alexander dem Großen.

Mühsames Wasserholen trieb Pläne voran

Die Klingen wurden schärfer, die Rasierer professioneller: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schließlich ging die Barthaar-Schneiderei schließlich dank Nassrasur mit Schaum zumindest bei geübten Benutzern ohne blutende Wunden vonstatten. Dem US-Soldaten Jacob Schick reichte das aber nicht. In den 1910er-Jahren war er in Alaska stationiert und hatte es - so zumindest geht die Legende - satt, bei Minusgraden Tag für Tag durch die Eisdecke eines Sees zu brechen, um das für seine Nassrasur benötigte Wasser zu schöpfen.

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Später auch kabellos: Schick-Rasierer auf einem Bild von 1963.

(Foto: picture alliance / Photoshot)

Da es in Alaska auch sonst nicht so viel zu tun gab, hatte Schick viel Zeit, um seine Pläne für einen der ersten elektrischen Rasierer voranzutreiben. Version Nummer eins ließ aber vor allem beim Thema Handlichkeit noch zu wünschen übrig. Der externe Motor, mit dem Scherkopf durch ein Kabel verbunden, war so groß wie eine Grapefruit - Hersteller lehnten das Produkt ab.

Ab 1931 im Verkauf

Erst nach dem Ersten Weltkrieg trieb Schick seine Erfindung weiter voran. Er entwickelte einen deutlich kleineren Motor, der in den eigentlichen Rasierer passte, und Ende der 1920er-Jahre war sein Gerät marktreif. (Hier eine Zeichnung für das von Schick eingereichte Patent.) Er gründete eine Firma und brachte seinen Rasierer 1931 in New York City in die Geschäfte. Zunächst hielten sich die Verkaufszahlen in Grenzen, doch der Erfinder baute sein Geschäft kontinuierlich aus und erreichte schließlich Millionenverkäufe.

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Es dürfte nicht wundern, dass Schicks Konkurrenz schnell wuchs - unter anderem mit den heute noch bekannten Marken Remington und Braun. Schnell wurden die Geräte günstiger und technisch ausgefeilter, der Elektrorasierer erlebte zwischenzeitlich einen regelrechten Hype.

Doch eins schaffte er nicht: Seinen stromlosen Kollegen komplett zu verdrängen: Noch immer hält sich die Schaum-Prozedur wacker - und wird von einigen gar als Lebensgefühl verstanden. Nass oder trocken? Das wird wohl auch in Zukunft Thema bleiben.

Quelle: ntv.de, Benno Schwinghammer, dpa

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