Panorama

"Probeliegen" im Holzsarg So skurril kämpft Indonesien gegen Corona

135606241.jpg

Die als "Pocong" bekannten Geister sollen die Opfer von Covid-19 repräsentieren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Indonesien ist besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffen. Mitarbeiter des Staates verkleiden sich nun als Geister, um den Menschen das Tragen von Masken näherzubringen. Auch die Strafaktionen sind nichts für schwache Nerven.

Ganz schön gruselig: In Indonesien setzen die Behörden jetzt Geister ein, um die Gesundheitsprotokolle der Corona-Pandemie durchzusetzen. Mehrere weiß verhüllte und mit Gespenster-Masken ausgestattete Mitarbeiter haben unter anderem auf einem Markt in der Millionenstadt Tangerang über Maskenpflicht und Abstandsregeln aufgeklärt, wie örtliche Medien berichteten. Die in dem südostasiatischen Inselstaat als "Pocong" bekannten Geister sollen die Opfer von Covid-19 repräsentieren.

Auf Schildern war zu lesen: "Meine Maske schützt Sie, Ihre Maske schützt mich" und "Maske tragen, Hände waschen, Abstand halten". Pocong sind der Legende nach Leichname, deren Körper bis auf das Gesicht in weißen Stoff gehüllt sind. Über ihrem Kopf und an den Füßen ist dieser zusammengebunden. Das Gesicht der Pocong ist von Verwesung gezeichnet, die Augen bestehen nur aus leeren Höhlen. Es soll sich um Tote handeln, deren Seele noch keine Ruhe gefunden hat.

In Indonesien haben sich laut der "New York Times" bereits 225.030 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8965 sind gestorben. Das besonders schwer von der Pandemie betroffene Land macht schon länger mit kuriosen Abschreckungs- und Strafaktionen Schlagzeilen. So mussten Menschen, die ohne Maske erwischt wurden, unter anderem in einem Holzsarg "probeliegen". Auch der Glaube an übernatürliche Kräfte wird immer wieder genutzt, um die Menschen auf Linie zu bringen: Regelbrecher mussten in verlassenen Häusern ausharren, von denen es hieß, dass es dort spuke.

Quelle: ntv.de, spl/dpa