Panorama

Mutige Rettungsaktion in Paris "Spiderman"-Haus zieht viele Schaulustige an

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Mamoudou Gassama kann nun auf seine Einbürgerung und einen Job bei der Feuerwehr hoffen.

(Foto: Twitter/ @BNL_News)

Auch Tage nach der waghalsigen Rettung eines Kleinkindes kehrt am Ort des Geschehens in Paris noch keine Ruhe ein: Zahlreiche Menschen besuchen täglich das Haus, an dessen Fassade ein afrikanischer Flüchtling vier Stockwerke hochkletterte.

Eine Woche ist die waghalsige Rettungsaktion des als "Held von Paris" und "neuer Spiderman" gefeierten Einwanderers her. Doch der Besucherstrom zum Ort der Heldentat im 18. Arrondissement im Norden der französischen Hauptstadt reißt nicht ab. Dort hatte der 22-jährige Flüchtling Mamoudou Gassama aus Mali am Samstag vergangener Woche ein Kind vor einem womöglich tödlichen Sturz aus dem vierten Stock bewahrt. Die Bilder von seinem selbstlosen Einsatz gingen um die Welt.

"Wart mal, das ist unmöglich. Da ist zu viel Platz, du kannst nicht raufklettern", sagt jemand in der Menge vor dem Haus in der Rue Marx Dormoy "Das ist krass, das ist wirklich zu krass", ist zu hören. "Selbst Spiderman hätte das nicht tun können." Die Schaulustigen zeigen auf das Haus mit dem mehr als drei Meter hohen Zaun vor dem Eingang, gestikulieren und suchen nach Erklärungen. Ein 72-jähriger Mann, Alain, aus der Nachbarschaft sagt: "Ich ziehe den Hut, ein echter Sportler."

Einbürgerung und Jobangebot für Gassama

Ein millionenfach angeklicktes Handyvideo von einem Passanten hatte die atemberaubende Rettungsaktion publik gemacht: Mit übermenschlich wirkender Kraft kletterte der junge Mann in Windeseile an der Hausfassade von Balkon zu Balkon, angefeuert von einer Menschenmenge. Schließlich erreicht er den vierten Stock, wo sich der kleine Junge mit letzter Kraft an die Brüstung klammert, und zieht ihn unter Jubelrufen zu sich hoch. Gerade mal 30 Sekunden dauert die Aktion.

Die Rentnerin Chantal freut sich über die neue Attraktion in ihrem Viertel: "Seit Samstag geht das so, täglich kommen sie um das Geschehene immer wieder nachzuvollziehen." Ein afghanischer Flüchtling, Habib, macht ein Selfie vor dem Haus. Der 28-Jährige, der seit zwei Jahren in Frankreich lebt, lächelt dabei breit: "Das ist gut für das Image der Flüchtlinge." Er sei "sehr stolz und stolz auf das, was Frankreich für ihn getan hat".

Gassama wurde von Präsident Emmanuel Macron empfangen, der seine "Heldentat" lobte. Als Dank kann der illegal Eingewanderte nun auf seine Einbürgerung hoffen - anders als viele seiner Landsleute aus dem westafrikanischen Krisenstaat. Außerdem winkt ihm ein Job bei der Feuerwehr.

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Quelle: n-tv.de, lri/AFP

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