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Polizei hält sich bedeckt Suche nach Rebecca geht in Waldstück weiter

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Ob es neue Hinweise im Fall Rebecca gibt, ist noch unklar.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mehr als ein halbes Jahr nach Rebeccas Verschwinden aus Berlin-Britz durchsucht die Polizei den zweiten Tag in Folge ein Waldstück in Brandenburg. Zuletzt waren Beamte im Frühjahr dort, um mögliche Hinweise auf ein Gewaltverbrechen zu prüfen. Gibt es neue Erkenntnisse?

Die Berliner Polizei setzt die Suchmaßnahmen nach der seit Februar verschwundenen Rebecca fort. Durchkämmt wird laut der Polizei, wie schon am Dienstag, ein Waldstück bei dem kleinen Ort Kummersdorf nahe Storkow. "Etwa 60 Einsatzkräfte und auch Hunde sind vor Ort", berichtete ein Sprecher. Weitere Details wollte er nicht nennen. "Das sind alles laufende Ermittlungen."

Ob es konkrete Hinweise aus der Ermittlungsarbeit oder einen neuen Anlass für die Wiederaufnahme der Suche gab, blieb offen. Unklar ist auch, ob am Dienstag Spuren gefunden wurden. Die Schülerin aus Berlin war am 18. Februar verschwunden.

Die Gegend südöstlich der Hauptstadt war schon im Frühjahr im Fokus der Polizei, weil der verdächtige Schwager von Rebecca auf der dort verlaufenden Autobahn A12 Richtung Frankfurt (Oder) am Tag ihres Verschwindens und dem Abend danach unterwegs gewesen sein soll. In der Region soll sich nach Angaben der "Bild"-Zeitung auch das Elternhaus des Tatverdächtigen befinden.

"Kein Cold Case"

Polizei und Staatsanwaltschaft nehmen an, dass die 15-Jährige getötet wurde. Mehr als 2300 Hinweise gingen bei der Mordkommission ein. Die Polizei hatte viele Wochen lang Wälder und Seen abgesucht. Eingesetzt wurden spezielle Suchhunde, Boote und Taucher sowie Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW).

Im Gespräch mit RTL erklärt der Profiler Axel Petermann, dass die Leiche möglicherweise nicht besonders sorgfältig abgelegt worden sei und die Beamten deshalb noch einmal in dem Waldstück suchen würden. Eine andere Option wäre aus seiner Sicht, dass der Täter die Leiche von Rebecca erst zu einem späteren Zeitpunkt in dem Gebiet abgelegt oder vergraben habe.

Erst Anfang August hatte eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft gesagt, es gebe leider nichts Neues. Die Ermittlungen würden aber natürlich weiterlaufen. Zuvor hatte ein Staatsanwaltschaftssprecher betont: "Es ist kein Cold Case, im Gegenteil". Als Cold Case werden Fälle bezeichnet, die vorerst zu den Akten gelegt werden. 

Die Schülerin war zuletzt im Haus ihrer ältesten Schwester und ihres Schwagers. Die Polizei nimmt an, dass sie das Haus nicht lebend verließ. Der Verdacht fiel auf Rebeccas Schwager. Er war zwei Mal in Untersuchungshaft, kam aber wenig später mangels Beweisen wieder frei. Rebeccas Familie hat immer wieder betont, dass sie von seiner Unschuld überzeugt ist.

Mehr zum Fall Rebecca sehen Sie in einer Dokumentation bei TV Now.

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Quelle: n-tv.de, sgu/dpa

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