Panorama

Kaum Neuinfektionen in China Südkorea bekommt die Epidemie in den Griff

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Die Stadt Daegu ist das Zentrum der Epidemie in Südkorea. Doch auch dort geht das Leben weiter.

(Foto: REUTERS)

Neben China war Südkorea zeitweise am stärksten von der Coronavirus-Epidemie betroffen. Doch inzwischen sinkt die Zahl der Neuinfektionen deutlich. Ganz gebannt ist die Gefahr durch das Virus allerdings nicht.

Nach China, dem Ursprungsland der Coronavirus-Epidemie, meldet nun auch das zeitweise stark betroffene Südkorea einen deutlichen Rückgang der Neuinfektionen. Die Zahl der täglich erfassten Coronavirus-Infektionen fiel zum ersten Mal seit mehr als drei Wochen auf unter 100. Am Samstag seien 76 Neuinfektionen festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Die Gesamtzahl der Menschen in dem Land, die sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben, erreichte damit 8162. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht werden, kletterte um 3 auf 75.

Die aktuellen Fallzahlen bestätigten den Abwärtstrend bei den Neuerkrankungen in den vergangenen Tagen. Südkorea hatte am Freitag zum ersten Mal seit dem Beginn des Ausbruchs im Januar mehr Genesungen von dem Virus gemeldet als neue Infektionen. Die Behörden warnten jedoch zuletzt mehrmals vor dem Risiko, dass weitere Virusfälle aus dem Ausland eingeschleppt werden könnten. Sorgen bereiten ihnen auch weiter lokale Häufungen von Ansteckungen. Zuletzt wurden in der Hauptstadt Seoul mehr als 100 Infektionen unter Mitarbeitern eines Call-Centers und ihren Familienangehörigen festgestellt.

60 Prozent der Fälle aus einer Kirche

Die Mehrheit der neu erfassten Fälle konzentriert sich aber erneut in der südöstlichen Millionen-Stadt Daegu und der umliegenden Region. Mehr als 60 Prozent aller Infektionen in Südkorea entfallen auf Anhänger der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu, die in Daegu stark vertreten ist und auch Verbindungen nach China hat. Südkorea hatte am 23. Februar die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen.

Die chinesischen Behörden meldeten am Sonntag lediglich 20 neue Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. 16 der neuen Infektionen seien aus dem Ausland eingeschleppt worden, teilte die nationale Gesundheitskommission in Peking mit. Sie wurden demnach in fünf Provinzen und Städten bei Menschen festgestellt, die aus dem Ausland nach China gereist seien, unter anderem in Peking und Shanghai.

Insgesamt gibt es damit nach Angaben der Behörden inzwischen 111 Fälle, in denen das Virus aus dem Ausland nach China eingeschleppt wurde. Zudem wurden vier neue Ansteckungsfälle aus der Stadt Wuhan gemeldet, von der das Virus im Dezember seinen Ausgang genommen hatte.

Die Zahl der Todesopfer in China stieg den Angaben zufolge um zehn. Damit starben in Festlandchina bislang 3199 Menschen an den Folgen des Coronavirus, mehr als 80.000 Menschen infizierten sich.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa