Panorama

Minikamera in der FFP2-Maske TÜV warnt vor Betrug bei Führerscheinprüfung

226772871.jpg

Die heimlichen Video-Aufnahmen werden an einen Komplizen übertragen, der dann dem Prüfling die richtigen Antworten verrät.

(Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Erst getarnt als Knopf, jetzt in der FFP2-Maske versteckt: Immer mehr Fahrschüler schummeln so mithilfe von Minikameras bei der theoretischen Führerscheinprüfung. 2021 werden allein in Rheinland-Pfalz 134 Betrüger erwischt. Doch der Masken-Trick wird bundesweit verwendet, warnt der TÜV.

Mit einer versteckten Minikamera in der FFP2-Maske versuchen Fahrschüler, bei der theoretischen Führerscheinprüfung zu betrügen. Im Jahr 2021 sei man 134 Prüflingen in Rheinland-Pfalz dabei auf die Schliche gekommen, berichtete der TÜV Rheinland. Wie viele möglicherweise mit dieser Masche durchgekommen sind, sei schwer einzuschätzen. Allerdings nehmen solche Betrugsfälle bei den theoretischen Führerscheinprüfungen zu, wie ein Sprecher des TÜV Rheinland sagte. Im Jahr 2020 erwischte man 96 Prüflinge in ganz Rheinland-Pfalz beim Betrugsversuch durch die Maske. Der Trick sei mittlerweile ein bundesweites Phänomen.

Die Betrüger nähen dafür kleine Kameras in die FFP2-Maske, die die Prüflinge tragen, hieß es. Durch ein kleines Loch filme die Kamera dann die Fragen und Antworten während der Prüfung. Diese sollen so an einen Komplizen übertragen werden, der da dann ein Signal gebe, wenn der Prüfling mit der Maus über die richtige Antwort fährt. Das erfolge durch Vibrieren des Handys oder eines versteckten Summers am Körper. "Da ist eine kriminelle Bande am Werk, die diese Technik verkauft", sagte der Sprecher.

Detektoren sollen Betrug aufdecken

Um die Betrüger aufzuspüren, nutze man unter anderem Detektoren, die die verbotene Technik erkennen sollen. Der TÜV sensibilisiere auch die Prüfer dafür, auf auffälliges Verhalten der Fahrschüler während der Prüfung zu achten. Wer dabei erwischt wird, darf die Theorieprüfung nach Angaben des Sprechers erst nach sechs Wochen wiederholen. Nach einer Änderung in der Fahrerlaubnis-Verordnung sollen Betrüger künftig sogar für neun Monate gesperrt bleiben.

Die Betrugsmasche mit einer Kamera bei der Führerscheinprüfung ist nicht neu. "Früher war es die Knopfkamera, jetzt ist es die FFP2-Maske. Was kommt als Nächstes?", so der Sprecher. Der TÜV Rheinland warnt, wie gefährlich diese Täuschungsversuche sind: "Wenn die Fahrschüler damit durchkommen, bewegen sie Autos auf den Straßen, obwohl sie dafür nicht geeignet sind."

Quelle: ntv.de, mbu/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen