Panorama

Erneute Einsatzpause Taucher retten achten Jungen in Thailand

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Retter bringen eine Trage. auf der vermutlich einer der geretteten Jungen liegt, zu einem Helikopter.

(Foto: dpa)

Es ist ein schwierige und nervenaufreibende Rettungsaktion: Taucher holen den achten Jungen aus der Höhle in Thailand. Bis die übrigen Eingeschlossenen gerettet werden können, kann es aber noch einige Tage dauern.

Im Norden Thailands ist mittlerweile der achte Junge der eingeschlossenen Fußballmannschaft aus der Tropfsteinhöhle gerettet worden, bestätigte die Marine. Damit sind heute insgesamt vier Jungen gerettet worden. Nach Angaben des Nachrichtensenders CNN ist der Rettungseinsatz für heute beendet. In der Höhle befinden sich jetzt noch vier Jungen und ihr Trainer. Die Rettungsmission war am Morgen wieder aufgenommen worden. Die Retter hatten sich nach langen Vorbereitungen endgültig zu dem Einsatz entschlossen.

Die geretteten Kinder werden jetzt in einem Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai behandelt. Dort liegen sie in einer Art Quarantäne. Nach den zwei Wochen in fast kompletter Dunkelheit sollen sie äußerst vorsichtig wieder ans normale Leben herangeführt werden. Aus Sorge, dass sich jemand unerlaubt Zutritt verschaffen könnte, hat die Polizei den achten Stock komplett abgeriegelt.

Die ersten vier Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 16 Jahren waren Sonntagabend in einer spektakulären Rettungsaktion aus der teils überfluteten Höhle geholt worden. Dann wurde der Einsatz unterbrochen, um die Atemluftvorräte entlang der fast vier Kilometer langen Strecke zu erneuern. Zudem sollten die Taucher die Möglichkeit bekommen, neue Kraft zu schöpfen. Den vier Jungen geht es laut Behörden verhältnismäßig gut. Nach Angaben des Missionsleiters ist das Wasser in der teilweise überfluteten Höhle stark gesunken. Der Wasserstand sei tief und das Wetter gut.

Noch mehr Regen droht

Möglicherweise wird die Aktion aber bis Mitte der Woche dauern. Weil in Südostasien gerade Monsunsaison ist und neue schwere Regenfälle drohen, ist sie auch ein Kampf gegen die Zeit. Die Höhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non liegt ganz im Norden Thailands an der Grenze zu Myanmar. In der Regenzeit gilt es als großer Leichtsinn, sie zu betreten.

Die Rettung des Fußballteams namens "Wildschweine" ist sehr gefährlich. An manchen Stellen ist der Weg hinaus so eng, dass die Taucher ihre Atemluft-Flaschen abschnallen müssen. Darüber hinaus kann man im Wasser kaum sehen. Bei der Vorbereitung der Mission war am Freitag ein erfahrener thailändischer Taucher ertrunken. Jetzt nehmen jeweils zwei Retter die Jungen, von denen kein einziger richtig tauchen kann, ins Schlepptau. Alle sind mit Taucherbrillen ausgerüstet und werden von den Männern mit Luft versorgt.

Insgesamt sind etwa 90 Taucher im Einsatz. Das Kernteam besteht aus 18 Spezialtauchern, davon der größte Teil aus dem Ausland, aus Ländern wie Australien und Großbritannien. Die australische Außenministerin Julie Bishop äußerte am Montag die Erwartung, dass die Jungen und ihr Betreuer wie am Sonntag in Vierer-Gruppen aus der Höhle gebracht würden. Dies würde bedeuten, dass sich die Aktion noch länger hinziehen könnte.

Die zwölf Mitglieder einer Jugend-Fußballmannschaft und ihr Betreuer waren seit dem 23. Juni in der weitläufigen Höhle eingeschlossen und wurden erst nach tagelanger Suche von Tauchern in einer Felskammer entdeckt.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa

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