Urlaub trotz UnruhenTausende Deutsche In Kenia
Die deutschen Urlauber in Kenia sind nach Angaben von Reiseveranstaltern von den Unruhen in dem afrikanischen Land kaum betroffen.
Die deutschen Urlauber in Kenia sind nach Angaben von Reiseveranstaltern von den Unruhen in dem afrikanischen Land kaum betroffen. Sowohl in den Tourismuszentren an der Küste als auch bei den Safaris in abgelegenen Buschregionen sei von den Ausschreitungen in den Großstädten nichts zu spüren, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa bei mehreren großen Touristikunternehmen. Derzeit seien einige tausend Deutsche in Kenia im Urlaub.
Oft wurden allerdings Ausflüge nach Mombasa abgesagt. Zudem bieten viele Reiseveranstalter kostenlose Umbuchungsmöglichkeiten für Urlauber, die in den nächsten Tagen nach Kenia reisen wollten. Einige erlauben auch kostenlose Stornierungen.
"In den touristischen Regionen ist es ruhig, und es gibt derzeit keine Leistungseinschränkungen", teilte der Reiseveranstalter TUI in Hannover mit. Von den Ausschreitungen seien vor allem die größeren Städte und insbesondere die Armenviertel betroffen. Derzeit gebe es keine Abreisewünsche unter den rund 600 Gästen, die zurzeit mit TUI Deutschland in Kenia seien.
"In den Ferienregionen gibt es keine Unruhen", hieß es auch beim zweitgrößten deutschen Reiseveranstalter Thomas Cook in Oberursel bei Frankfurt. Von den 1200 Thomas-Cook-Gästen seien die meisten ohnehin zum Badeurlaub in Kenia. Allerdings seien Ausflüge nach Mombasa eingestellt worden.
Die Gäste der Dertour-Gruppe in Frankfurt, zu der auch Meier's Weltreisen gehört, sind dagegen überwiegend auf Safaris im Landesinneren unterwegs. "Da merkt man überhaupt nichts von den Unruhen", sagte eine Sprecherin. Die Gruppe habe derzeit rund 600 Gäste in Kenia.
Der Reiseveranstalter FTI erklärte, seine rund 115 Urlauber in Kenia seien nicht gefährdet. "Wir gehen davon aus, dass die Urlauber an der Küste unbehelligt ihren Urlaub verbringen können", sagte eine Sprecherin in München. Von individuellen Touren würde man aber abraten.
Das Auswärtige Amt mahnte die Touristen zur Vorsicht. Es werde dringend empfohlen, bis zu einer allgemeinen Beruhigung der Lage Menschenansammlungen, politische Kundgebungen und die Nähe mehrerer gefährdeter Wohngebiete und Slumsiedlungen zu meiden. Wer eine Individualreise durch Kenia geplant habe, "könnte über eine Verschiebung des Reisevorhabens um einige Tage nachdenken", hieß es in einer Mitteilung.
Die deutsche Botschaft in Kenia versuche Urlauber per SMS oder auch telefonisch über die Lage zu informieren, sagte eine AA-Sprecherin in Berlin. Jährlich besuchen etwa 200.000 deutsche Touristen das ostafrikanische Land. Deutschland stellt zudem mit fast 5000 Menschen nach der früheren Kolonialmacht Großbritannien die größte dauerhaft in Kenia lebende ausländische Gemeinschaft.